Die SEA nimmt Stellung

Welche Werte werden in Kindergärten vermittelt?

Zoom
Sollte man nicht eher darüber nachdenken, dass traditionell religiöse Themen in Schulen und Kindergärten immer mehr verdrängt werden?
Wo liegt das Problem: bei den „radikalen" Christen - oder beim Stoff, der heutzutage in Kindergärten vermittelt wird? Der Artikel «Frömmler gehen auf Kindergärten los» in der Zeitung «20 Minuten» wirft Fragen auf. Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) hat darauf reagiert.

Gemäss Bericht im «20 Minuten» sagte eine nicht namentlich genannte Kindergärtnerin: «Nicht Muslime machen uns das Leben schwer, sondern radikale Christen». Christliche Bräuche wie Fasnacht oder Samichlaus seien im Kindergarten keine Selbstverständlichkeit mehr, man bezeichne sie als heidnisch. Eine Umfrage von 20 Minuten bestätige zudem, dass sehr viele Kindergärtnerinnen schon von Christen wegen der Gestaltung des Unterrichts unter Druck gesetzt worden seien.

Hexen, Feen, Zwerge

Zitiert wird auch noch eine andere Kindergärtnerin. Gleich mehrere Eltern hätten sich gegen ihr Vorhaben gewehrt, das Thema Hexen auf spielerische Art zu thematisieren. Hexen würden in enger Verbindung mit dem Teufel stehen, hätten sie gesagt. Die Kindergärtnerin habe dem Druck nachgegeben und das Thema geändert. Die Präsidentin der zuständigen Kommission des Lehrerverbandes habe bestätigt, dass einige Mitglieder aus Freikirchen, manches verbieten möchten, was mit Hexen, Feen oder Zwergen zu tun habe.

Was wiegt schwerer?

Die SEA beleuchtet die Sache in ihrer Stellungnahme von einer anderen Seite. Sie fragt sich, ob man nicht eher darüber nachdenken sollte, dass traditionell religiöse Themen in Schulen und Kindergärten immer mehr verdrängt würden. Sie betrachte es als einen falschen Weg, in einem Land mit christlich geprägter Vergangenheit den Kindern solche Themen vorzuenthalten. Glaubensinhalte stellen gemäss SEA wichtige Entwicklungsschritte im Leben junger Menschen dar.

Eltern stehen in der Verantwortung

Die SEA sieht dabei die Verantwortung zuerst bei den Eltern, den Kindern biblische Geschichten zu erzählen. Leider werde dies immer mehr vernachlässigt. Was die SEA sehr bedauere. Fehlten den Kindern selbst grundlegende religiöse Kenntnisse, seien sie beeinflussbarer und kaum mehr in der Lage, sich persönlich mit Glaubenswerten auseinanderzusetzen.

Appell an Schulen und Kindergärten

Die SEA appelliert auch an die Verantwortlichen in Schulen und Kindergärten, Glaubenswerte frei und unverkrampft zu thematisieren. Sie traut es den Lehrkörpern zudem absolut zu, zwischen einem ehrlichen Gespräch mit Eltern und unzulässiger Beeinflussung zu unterscheiden.

Quellen: 20 Minuten/SEA

Datum: 09.02.2010
Autor: Rolf Frey

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Kirche im Fernsehen
Weil die Übertragungen der Gottesdienste im Deutschschweizer Fernsehen an Zuschauern verlieren, wird an einem neuen Format für eine religiöse Sendung...
Gebetsreise
Im Rahmen der Gebetsreise 2012 investierten sechzehn Christen aus sieben Kantonen das Auffahrtswochenende in die Fürbitte für den Kanton Uri.
Ehrlicher Glaube
Was bedeutet Glaubensfreiheit an der Schule? 77 Pädagogen aus 17 Ländern trafen sich über das Auffahrts-Wochenende in Polen zur EurECA-Konferenz.
Indische Kinder bekommen Chance
Anton Cruz sammelt in Indien Müllkinder zusammen und baut mit ihnen neue Gemeinden.

Anzeige

Kommentar

Spannungsfeld Schule: Die Glaubensfreiheit ausüben
«In der Schule darf man ja immer weniger von seinem Glauben reden» oder «Die Schule wird ja immer...

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

27. Mai, 19.30Uhr in Suhr
lebe deine Berufung – mach einen Unterschied in dieser Welt!
17. Juni 2012, 10 Uhr in Bad-Zurzach