Justizministerin

Suizidbeihilfe auch für Chronischkranke

Zoom
Eveline Widmer-Schlumpf
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf reagiert auf Kritik und bereitet nun neu einen liberalen Vorschlag zur Regelung der Suizidbeihilfe vor. Das schreibt die «SonntagsZeitung».

Sie möchte damit die Suizidbeihilfe insbesondere auch für Chronischkranke gesetzlich erlauben. Um neue Vorschläge auszuarbeiten, so die Justizministerin gemäss «SonntagsZeitung» (8. August), wird sie sich von einem Expertengremium beraten lassen.

Ein eigenes Aufsichtsgesetz?

Widmer-Schlumpf prüfe zudem ein eigentliches Suizidhilfegesetz, das die Kontrolle der Suizidhilfeorganisationen möglich machen würde. Das bedeutet, dass die Suizidbeihilfe nicht mehr nur im Strafgesetz geregelt würde. Ein Aufsichtsgesetz war in verschiedenen Vernehmlassungs-Antworten gefordert worden, so etwa vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund.

Nachdem ihr Vorgänger im Justizministerium, Christoph Blocher, eine Regelung noch abgelehnt hatte, hatte der Bundesrat nach dessen Abwahl zwei Varianten in die Vernehmlassung gegeben: Sorgfaltskriterien für die organisierte Suizidbeihilfe und deren Verbot. Aufgrund der Vernehmlassung hatten sich viele Parteien für das Beibehalten des Status quo ausgesprochen. Bisher ist Beihilfe zum Suizid nur verboten, wenn selbstsüchtige Motive im Spiel sind.

Kirchliche Kreise waren für Verbot

Vonseiten der Schweizer Bischofskonferenz hat man sich klar für ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe ausgesprochen. Man wolle die Tätigkeit der Organisationen nicht durch die Festlegung von Sorgfaltspflichten legitimieren. Auch die Katholische Kirche im Kanton Zürich hat sich, gestützt auf ein Gutachten des Churer Ethikers Hanspeter Schmitt, für ein Verbot der Suizidhilfeorganisationen ausgesprochen. Derselben Meinung waren die Schweizerische Evangelische Allianz und die EVP.

Datum: 09.08.2010
Quelle: Kipa

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Kirche im Fernsehen
Weil die Übertragungen der Gottesdienste im Deutschschweizer Fernsehen an Zuschauern verlieren, wird an einem neuen Format für eine religiöse Sendung...
Gebetsreise
Im Rahmen der Gebetsreise 2012 investierten sechzehn Christen aus sieben Kantonen das Auffahrtswochenende in die Fürbitte für den Kanton Uri.
Ehrlicher Glaube
Was bedeutet Glaubensfreiheit an der Schule? 77 Pädagogen aus 17 Ländern trafen sich über das Auffahrts-Wochenende in Polen zur EurECA-Konferenz.
Indische Kinder bekommen Chance
Anton Cruz sammelt in Indien Müllkinder zusammen und baut mit ihnen neue Gemeinden.

Anzeige

Kommentar

Spannungsfeld Schule: Die Glaubensfreiheit ausüben
«In der Schule darf man ja immer weniger von seinem Glauben reden» oder «Die Schule wird ja immer...

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

27. Mai, 19.30Uhr in Suhr
lebe deine Berufung – mach einen Unterschied in dieser Welt!
17. Juni 2012, 10 Uhr in Bad-Zurzach