Mehr Beschwerden über Gewalt und Pornographie im Internet
Jugendschutz
Mainz – Die Beschwerden über jugendgefährdende Angebote im Internet haben im vergangenen Jahr stark zugenommen. Das geht aus dem Jahresbericht 2001 der Zentralstelle der Länder für Jugendschutz in den Mediendiensten, „Jugendschutz.net“ hervor. Danach sind im vergangenen Jahr über 3‘000 Internetseiten beanstandet worden. Davon wurden 2‘500 Seiten neu in die Beschwerdeliste aufgenommen, 50 Prozent mehr als im Jahr 2000. Gründe für die Beschwerden waren unter anderem pornographische Inhalte ohne Altersschutz, kinderpornographische Darstellungen und rechtsextreme Inhalte.
Etwa die Hälfte dieser Angebote recherchierte „Jugendschutz.net“ selbst, die andere Hälfte ging über die Beschwerde-Hotline (hotline@jugendschutz.net) ein. Gegen rund 1‘000 unzulässige Webseiten im In- und Ausland ist die Organisation vorgegangen. So wurden beispielsweise 30 deutsche und 35 US-amerikanische Webseiten mit rechtsextremistischen Inhalten geschlossen. 75 Fälle von Tier- und Gewaltpornographie sowie 200 Fälle von Kinderpornographie im Netz meldete die Zentralstelle dem Bundeskriminalamt. Einen entscheidenden Durchbruch für den Jugendschutz im Internet halten die Verantwortlichen allerdings nur für möglich, wenn die Regierungen auf internationaler Ebene zu einheitlichen Regelungen kommen sollten. „Jugendschutz.net“ wurde 1999 von den Jugendministern der Länder zur Umsetzung des Jugendschutzes in den neuen Medien eingerichtet. Die Meldestelle arbeitet darüber hinaus mit entsprechenden Stellen im europäischen Ausland zusammen.
Webseite: www.jugendschutz.net
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