Tom Jones startet mit einem Gospel-Album durch. (Foto: franfiorini)
Sein «Delilah» aus 1968 ist unvergessen, zwei James-Bond-Titellieder stammen von ihm und 2003 schlug ihn die Queen zum Ritter. Nun publiziert Tom Jones ein christliches Album.
Als Staubsaugerverkäufer begann die Laufbahn des späteren walisischen Popstars. Seine Band «Tommy Scott with the Senators» kam 1963 nicht auf Touren. Solo aber sollte er in den nächsten beiden Jahren den Durchbruch schaffen, 1965 sang er den Titelsong zum James-Bond-Streifen «Was gibt's Neues, Pussy?». Jetzt, 45 Jahre später, publiziert er im Alter von 70 Jahren ein Album - mit christlichen Liedern.
Seit 23. Juli 2010 ist seine neue CD im Handel, sie heisst «Praise & Blame» («Lobpreis und Schuld»). Darauf interpretiert er traditionelle Evangeliumslieder. In seiner bald 50jährigen Karriere tat er sich mit Oden über die Frauen hervor, etwa mit «Sex Bomb» und «She's A Lady». Nun singt er christliche Songs, unter anderem von Mahalia Jackson, John Lee Hooker oder Bob Dylan. Angemessen vorgestellt hatte der Altmeister den Silberling in einer alten Londoner Kirche.
Jones live in Mailand. (Foto: franfiorini)
Heute glaubwürdig
Vor zehn oder zwanzig Jahren hätte dieses Album nicht glaubwürdig geklungen, sagt Tom Jones im Interview mit der «Welt» und ergänzt: «Wenn man zu übermütig wird, passiert etwas, das dich wieder auf den Boden bringt. Gott wird mich begleiten und mir, wenn nötig, ein paar Scherereien bereiten. Als wir uns gefragt haben, wie wir das Album nennen sollen, schlug jemand vor. Aber es gibt kein Oder, sondern nur ein Und.»
Plattenfirma nicht erfreut
Wenig erfreut über die Scheibe zeigte sich David Sharpe, Vizepräsident der Plattenfirma Island Records. Als er gehört habe, dass Tom Jones christliche Lieder singt, habe er sich gefragt, ob das «ein schlechter Witz» sei, berichtet die Zeitschrift «idea». Seine Firma gebe nicht «ein Vermögen» dafür aus, dass Tom Jones aus einem Gebetbuch singe. Der Sänger liess sich aber nicht verunsichern.
Heuer wurde Tom Jones 70 Jahre alt. (Foto: Jane’s America)
Aufgewachsen ist Tom Jones in einer Bergarbeiterfamilie in der südwalisischen Klein stadt Pontypridd. Aus jener traditionell sangesfreudigen Gegend stammen mehrere namhafte Musiker, so etwa zwei Mitglieder der Band «Lostprophets». Jones habe einst auch in einer kleinen reformierten Gemeinde gesungen, allerdings nicht gerne im Chor. Sogar bei Weihnachtsliedern sei er lieber solo aufgetreten.
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