Wissensmaschine Internet

Macht uns das Internet klüger?

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800 Experten machten Prognosen zur Webnutzung im Jahr 2020.
800 Experten wurden nach ihrer Einschätzung gefragt, wie das Internet und dessen Nutzung im Jahr 2020 aussehen könnte. Sie sind sich einig, dass das Internet die Menschheit nicht verdummen wird. Im Gegenteil. 76 Prozent glauben an eine Verbesserung des menschlichen Wissens durch Webseiten und Suchmaschinen.

Durch den uneingeschränkten Zugriff auf immer mehr Information werden Leute klüger und werden bessere Entscheidungen treffen, glaubt die Mehrheit der Befragten. "Man sollte Intelligenz nicht als ein undifferenziertes Ganzes behandeln", meint etwa Stephen Downes, National Research Council aus Kanada. Einerseits werden sich die Fähigkeiten in mancher Hinsicht bis 2020 vielleicht verschlechtern, beispielsweise beim Auswendiglernen. Andererseits werden sich die Einbindung und Auswertung von Information verbessern, glaubt Downes.

Internet ist eine Wissensmaschine

"Das Internet ist eine gigantische Wissensmaschine. Noch niemals in der Geschichte haben so viele Menschen den freien Zugriff auf dermassen viele Informationen gehabt. Letztlich ermöglicht uns der Zugriff auf Know-how das Heben von enormen Wissensschätzen, die das Arbeiten und Leben immer weiter revolutionieren werden", so auch die Einschätzung von Klaus Eck, Kommunikationsexperte und Inhaber von Eck Kommunikation http://www.eck-kommunikation.de, gegenüber pressetext.

Im Zuge der Pew-Studie gaben 65 Prozent der Befragten an, dass das Internet bis 2020 sowohl Lese- als auch Schreibfähigkeiten verbessert haben wird. 32 Prozent waren genau gegenteiliger Meinung.

Lebenselixier Social Media

Social Media wird in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein, sondern vielmehr zum "Lebenselixier" der Informationsgesellschaft, glaubt Eck. "Denn darüber können Wissensproduzenten am besten ihre Themen verbreiten. Zudem erhält der einzelne Onliner immer schneller den freien Zugriff auf Inhalte", so der Experte. Was wirklich wichtig sei, erfahre der Social-Media-Nutzer über seine Twitter- und Facebook-Kontakte und könne alle relevanten Informationen auch für seinen Arbeitsalltag nutzen.

Für Eck ist die Teilnahme an sozialen Netzwerken essenziell. "Wer sich nur ausserhalb von sozialen Netzwerken bewegt und fortbildet, verzichtet auf die Teilhabe an Innovationen und schadet damit seiner beruflichen Karriere enorm." Wer sich dem neuen Social-Media-Spiel verweigere, werde dafür schon bald einen hohen sozialen Preis entrichten müssen, glaubt Eck.

Prognosen zur Anonymität

Geteilte Meinungen herrschen darüber, wie es um die Anonymität im Web im Jahr 2020 bestellt sein wird. 42 Prozent glauben, dass eine anonyme Internetnutzung nur mehr schwer möglich sein wird. 55 Prozent denken, dass es für Internetnutzer auch dann noch einfach sein wird, die persönlichen Daten vor der breiten Öffentlichkeit zu schützen.

Neues Lernen

Je mehr Computer und Internetanschlüsse zur Verfügung stehen, umso stärker verändert sich auch das Lernen: Frontaler «belehrender» Unterricht, in dem alle Schüler zur gleichen Zeit dasselbe lernen (müssen), funktioniert nicht mehr. Stattdessen lernen die Schüler zunehmend nach ihren eigenen Interessen und dem eigenen Tempo.

«Neues Lernen» bedeutet: Schüler als Subjekte des Lernens ernst nehmen, sie lernen zu lassen, statt sie zu belehren, weg von der «Beibring- und Belehrungsdidaktik», hin zu einem «learning on demand». Die Computer und das Internet als notwendige Werkzeuge auf dem Weg dorthin.

Quelle: pte/Livenet
Datum: 01.03.2010

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