Mit einem Vortrag des Schweizer Theologen Christian M. Rutishauser über die Bedeutung der Endlichkeit in der biblischen Tradition sind die «Salzburger Hochschulwochen» in ihren zweiten Tag gestartet. Noch bis 8. August werden Philosophen, Naturwissenschaftler und Politiker unter dem Titel «Endlich! Leben und Überleben» in Salzburg miteinander diskutieren.
In seinem Vortrag unterstrich Rutishauser das Wechselspiel zwischen der Wahrnehmung der eigenen Endlichkeit und ihrem Verweischarakter auf das ganz Andere, das einen Kern des biblischen Glaubens ausmache: «Die eigene Begrenztheit und Endlichkeit wahrzunehmen, öffnet Auge und Ohr darüber hinaus, hin auf das andere.»
Es sei der biblische Monotheismus, der den Sinn für das Fremde und Andere in die Weltsicht einschreibe - «angefangen bei einem Gott, der dem Menschen nahe ist und von dem doch kein Bild gemacht werden darf, beim Blick auf die Natur, die als differenzierte Schöpfung gedeutet wird oder bei ethischen Anweisungen, das Handeln gerade auch von Fremden her mitzubedenken», so Rutishauser.
Ethischer Impuls
Zugleich trage dieser Verweis auf das andere einen ethischen Impuls in sich, so der Theologe, der in Judaistik in Jerusalem und New York promovierte, weiter: «Mit dem Andern leben lernen, ihn in seiner Fremdheit und in seinem Selbstverständnis zu schätzen und in eine konstruktive Beziehung einzutreten, ist die geistliche Aufgabe schlechthin.»
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