Nach 20 Wochen strafbar

Die USA auf dem Weg zu einem schärferen Abtreibungsgesetz

Am Dienstag hat das US-Repräsentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, das die Möglichkeiten der Abtreibung wesentlich eindämmt. Ärzten, die nach der 20. Schwangerschaftswoche noch eine Abtreibung vornehmen, droht neu eine Geldstrafe, fünf Jahre Gefängnis oder beides.

Zoom
Demonstration gegen Abtreibung
Das Repräsentantenhaus ist der Empfehlung der Republikaner gefolgt und hat das neue Gesetz mit 237 zu 189 Stimmen verabschiedet. Ab der 20. Schwangerschaftswoche soll demnach die Abtreibung strafbar werden; Ausnahmen: wenn Vergewaltigung oder Inzest im Spiel sind oder das Leben der Mutter gefährdet ist. Mütter, die sich verbotenen Abtreibungen unterziehen, dürfen aber nicht strafrechtlich verfolgt werden.

Trump unterstützt

Dieser Gesetzesentwurf ist zwei Vorstössen ähnlich, die 2013 und 2015 gescheitert sind. Präsident Trump hatte bereits vor seiner Wahl das «Pain-Capable Unborn Child Protection Act», auch genannt H.R. 36, unterstützt. Einige seiner Berater, so etwa Vizepräsident Mike Pence, sind erklärte Abtreibungsgegner. Trump brachte auch Neil Gorsuch in den Obersten Gerichtshof, was Pro-Life-Befürworter als Gewinn ansahen.

Der Sprecher der Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, erklärte, der Gesetzesentwurf «respektiere die Heiligkeit des Lebens und beende unnötiges Leiden». McCarthy führte weiter aus: «Das Gesetz wird die Kinder schützen, die, wie es wissenschaftlich erwiesen ist, Schmerzen empfinden können, und wird ihnen die Möglichkeit geben, ein volles und glückliches Leben zu leben. Wir haben die Verpflichtung, für die zu reden, die nicht für sich selbst reden können, und sie zu verteidigen.»

Mehrheit im Senat unsicher

Schwangerschaftsabbrüche sind in den USA seit einer Entscheidung des Obersten Gerichts von 1973 legal. Konservative Kreise lehnen das «Recht auf Abtreibung» nach wie vor vehement ab. Präsident Trump hatte im Januar als eine seiner ersten Amtshandlungen per Erlass staatliche Finanzhilfen für internationale Nichtregierungsorganisationen verboten, die Abtreibungen vornehmen oder darüber informieren. Die Präsidentin von «Pro Choice America» (NARAL), Ilyse Hogue, nannte den Gesetzesentwurf einen «Angriff auf die Freiheit der Frauen».

Der Gesetzesentwurf soll diese Woche noch der zweiten Kammer, dem Senat, vorgelegt werden, wo die Mehrheitsverhältnisse enger sind als im Repräsentantenhaus. Eine Mehrheit im Senat ist nicht sicher. Der Gesetzesentwurf bräuchte 60 Stimmen, die Republikaner haben in dieser Kammer des US-Kongresses aber nur 52 Sitze.

Zum Thema:
Gegentrend?: USA: Neue Gesetze sollen Ungeborene mit Down-Syndrom schützen
Experte redet Klartext: Deutschland: Zwei- bis dreimal mehr Abtreibungen als gemeldet?
Nicholson gegen Abtreibung:... und mit ihm eine ganze Gilde aus Hollywood

Datum: 05.10.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet

Publireportage

Prophetic Conference
Wir lieben Jesus und wir lieben unser Land. Wir träumen von einer Schweiz, in der prophetische Eindrücke, Wunder und Zeichen alltäglich sind.

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Dr. Markus Müller
Wir leben in anspruchsvollen Zeiten. Nie hatte der Mensch so viele Möglichkeiten – zum Guten wie zum Destruktiven, für sich persönlich wie für die...
Zur Fussball-WM 2018
In wenigen Monaten greift die deutsche Nationalelf erneut nach dem WM-Pokal. Bei einigen Fussballern und Trainern hat Autor David Kadel nun genauer...
VeggieTales-Erfinder Phil Vischer
Auch unter deutschsprachigen Christen ist die VeggieTales-Serie bekannt und beliebt. Weniger bekannt ist, dass Phil Vischer die Serie ins Leben rief...
StopArmut Klimafasten
Die Kampagne «StopArmut» ruft am Valentinstag dazu auf, unter ungesunde Bindungen einen Schlussstrich zu ziehen. Mit einem sogenannten Klimafasten...

AKTUELLE NEWS

Bobfahrer Nic Taylor
Bob-Athlet Nic Taylor gehört zu den US-Medaillenhoffnungen. Der Ehemann der Bob-Pilotin Elana Meyer Taylor fand im Jahr 2005 zum christlichen Glauben, nachdem er drei verschiedene Autounfälle überlebt hatte.
In 170 Ländern
«In Südkorea geht man um fünf Uhr in die Kirche, um zu singen und zu beten, bevor man zur Arbeit geht», sagt Pastor Jae Kyeong Lee. Vor 130 Jahren bekannte sich ein Prozent der Koreaner zum christlichen Glauben, heute sind es 25 Prozent.
Intercultural Studies
ISTL startete zusammen mit den Missionswerken Frontiers, SAM global, SPM, OM, OMF und WEC den neuen Bachelor-Studiengang Intercultural Studies. Es werden erfahrene Dozenten am Start sein. Drei der Dozenten nehmen im folgenden Interview Stellung.
Dr. Markus Müller
Wir leben in anspruchsvollen Zeiten. Nie hatte der Mensch so viele Möglichkeiten – zum Guten wie zum Destruktiven, für sich persönlich wie für die ganze Erde. Markus Müller ist überzeugt, dass es im 21. Jahrhundert auf die Christen ankommen wird.
Zur Fussball-WM 2018
In wenigen Monaten greift die deutsche Nationalelf erneut nach dem WM-Pokal. Bei einigen Fussballern und Trainern hat Autor David Kadel nun genauer hingeschaut und hinter den sportlichen Erfolgsgaranten mehr entdeckt: Helden zum Anfassen.
Umfrage
Alles wird neu: Die Livenet-Webseiten werden inhaltlich, technisch und grafisch neugestaltet. Wir laden Sie herzlich ein, diese Neugestaltung mitzuprägen, indem Sie an der Online-Umfrage teilnehmen. Fünf Jahre sind in der digitalen Welt ein ...
Ex-Muslimin Rita Chaima
Rita Chaima hasst jeden, der nicht Muslim ist und liebt es, Videos von Hinrichtungen zu gucken. Bis sie eine Bibel in die Hand bekommt. Und obwohl sie sich vom Verstand her gegen all das sträubt, beginnt sich ihr Herz zu verändern.

Anzeige

Kommentar

Strapazierter Begriff: «Eigenverantwortung» muss mehr als ein Schlagwort sein
An einem Podiumsgespräch in Zürich hat der Vertreter einer erfolgsverwöhnten Partei die...

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

Ratgeber

Einfach und schwer zugleich Warum sollten Paare miteinander beten?
Gemeinsames Gebet kann Paare ganz neu zueinander bringen. Doch manchmal scheint etwas so einfaches...