Bevorstehendes Referendum

Nordirland: U2 unterstützt Liberalisierung der Abtreibung

Am 25. Mai kann das irische Volk an einem Referendum entscheiden, ob es das strikte Abtreibungsverbot, das heute im Land gilt, beibehalten oder abschaffen will. Jetzt hat sich die Rockgruppe U2 für die Abschaffung ausgesprochen.

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U2
Das Verbot für Abtreibungen, das bis heute in Irland gilt, ist das strikteste der Europäischen Union. Im «8th Amendment», dem Artikel 8, heisst es wörtlich: «Der Staat anerkennt das Recht auf Leben für die Ungeborenen und garantiert – mit Rücksicht auf das gleiche Recht auf Leben für die Mutter – in seinen Gesetzen, dieses Recht, so weit es praktizierbar, zu verteidigen und zu rechtfertigen ist.»

Das Abtreibungsverbot in Irland gilt auch für Minderjährige, nach Vergewaltigungen und wenn der Fötus aufgrund von Fehlbildungen nicht lebensfähig ist. Am 25. Mai soll das Volk nun entscheiden, ob dieses Verbot zugunsten einer «liberaleren» Regelung abgeschafft wird.  

«Schafft es ab»

Die bekannte irische Rockgruppe U2 hat in einem Twitter von letzter Woche die Wähler ermutigt, an dem Referendum teilzunehmen, verbunden mit einer herzförmigen Grafik «Schafft den 8. ab». Der Gitarrist der Band, Dave «Edge» Evans, anerkannte, dass es «grosse Meinungsunterschiede» in dieser Frage gebe; aber erklärte, dass er die Aufhebung des Abtreibungsverbots unterstütze. «Es ist schwierig, Stellung zu nehmen, ohne anzuerkennen, dass es eine andere Seite gibt; aber ich bin für die Aufhebung», erklärte er nach Angaben der «Irish Times».

«Das bricht mir das Herz»

Der Tweet hat 18'000 Likes bekommen, aber viele Fans haben auch ihrer Enttäuschung über die Stellungnahme der Band zum Ausdruck gebracht. Die Gruppe habe sich «in der Vergangenheit immer für die Schwachen und die Unterdrückten der Gesellschaft eingesetzt – wer tritt jetzt für die Babies ein?», heisst es etwa. «Ihr wart eine meiner Lieblingsbands, jetzt mag ich euch gar nicht mehr. Absolut widerlich, dass ihr die Ermordung von Millionen von Kindern unterstützt. SCHÄMT EUCH», twittert ein Fan. Ein anderer schreibt: «Das bricht mir das Herz. Ich liebe und folge euch seit 20 Jahren. Ich liebe euch immer noch, aber folgen kann ich euch nicht mehr. Ich kaufe keine Tickets für kommende Konzerte mehr!»

Frei bis zu 12 Wochen

Es wird erwartet, dass, sollte das Referendum angenommen werden, Abtreibungsfreiheit bis zur 12. Woche in Irland eingeführt wird. Untersuchungen zeigen, dass 53 Prozent der Bevölkerung für die Aufhebung des Artikels 8 sind; die Zahl reduziert sich auf 47 Prozent, wenn die Straffreiheit lediglich bis zur 12. Woche eingeschlossen wird. Auf der anderen Seite sind 26 Prozent gegen die Aufhebung des Verbots; wenn die 12-Wochen-Frist eingeschlossen wird, sind es 32 Prozent.

80 Prozent der Bevölkerung in Nordirland ist katholisch. Die katholische Kirche setzt sich dafür ein, dass der Artikel 8 beibehalten wird. Premierminister Leo Varadkar, auf der anderen Seite, hat sich öffentlich für eine «Reform» des Abtreibungsgesetzes stark gemacht.

Zum Thema:
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Datum: 12.05.2018
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Times

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