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Scheinheiliger Fingerzeig auf die Schweiz

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Wegen des Minarettverbots ist die Schweiz im UN-Menschenrechtsrat von Staaten an den Pranger gestellt worden, die selbst die Religionsfreiheit missachten. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA bezeichnet die Resolution, die am Donnerstag eine Mehrheit fand, als scheinheilig. Mit diesen Forderungen stelle der Menschenrechtsrat den Schutz der Religion über denjenigen der Menschen. Die Pressemitteilung der SEA im Wortlaut:


Gestern, 25. März 2010, hat der Menschenrechtsrat in einer Plenarsitzung eine Resolution angenommen, die Pakistan im Auftrag der Organisation Islamischer Staaten (OIC) vorgebracht hat. Der Resolution „Gegen die Diffamierung der Religionen", die auch in einem offensichtlichen Zusammenhang mit dem Minarettverbot auf die Schweiz zeigt, haben 20 Vertreter im Menschenrechtsrat zugestimmt, 17 waren dagegen und 8 haben sich der Stimme enthalten.

Die Schweizerische Evangelische Allianz stellt fest, dass gerade in den Ländern, welche hier nun im Zusammenhang mit dem Minarettverbot implizit die Schweiz an den Pranger stellen, die religiösen Minderheiten, und insbesondere die evangelischen Christen verfolgt werden. Laut einer neuen Studie des „Pew Research Center" (Global Restriction on Religion vom Dezember 2009) üben 64 Staaten, welche 70 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, starke oder sehr starke Einschränkung der Glaubensfreiheit aus. Von den 20 Staaten, welche die Resolution jetzt im Menschenrechtsrat unterstützen, gehören 9 zu diesen Staaten, welche gemäss dieser Studie die Glaubensfreiheit stark einschränken.
Auch 13 von 14 Mitgliedsländern im Menschenrechtsrat, die auf dem sogenannten „Index für Christenverfolgung" stehen, haben der Resolution zugestimmt. Bei diesem Index handelt es sich um eine Liste, die von „Open Doors", einer internationalen Organisation zur Unterstützung verfolgter Christen, regelmässig erstellt wird.

„Sicher darf man auch die Schweiz kritisieren und unser Land muss darauf achten, eine Tradition der Offenheit und der Toleranz zu bewahren", sagt Hansjörg Leutwyler, Zentralsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz. „Aber in der Schweiz darf jeder seinen Glauben wechseln. Mit friedlichen Mitteln den Glauben öffentlich zu bekennen und anzupreisen, ist erlaubt. In Pakistan werden Menschen, selbst Muslime, schon bedroht, wenn sie sich kritisch zum Islam äussern. Wenn sie den Islam verlassen und sich einer anderen Religion anschliessen, riskieren sie ihr Leben." Und in Marokko, welches die Resolution ebenfalls unterstützt, wurden im März ein Waisenhaus geschlossen und die ausländischen Mitarbeiter ausgewiesen, weil sie angeblich für das Christentum geworben hätten.

Mit der Resolution macht die OIC Druck auf den Westen. Westliche Staaten sollen demnach die Kritik am Islam verbieten. Andererseits soll diese Resolution die Blasphemiegesetze legitimieren, wie beispielsweise in Pakistan eines besteht. Wie das diesbezügliche Gesetz in Pakistan zeigt, werden damit „zum Schutz einer Religion" religiöse Minderheiten unterdrückt und Menschenrechte missachtet.

Datum: 29.03.2010
Quelle: SEA

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