Döner Kebap: Essen wir Allah geweihtes Fleisch?

In den letzten Jahren schossen sie wie Pilze aus dem Boden: die Döner-Imbisse. Döner oder Döner Kebap wird als türkisches Gericht verkauft, der hauptsächlich aus Hammel- oder Rindfleisch besteht. Mittlerweile gehört "der Döner" zu den beliebtesten Zwischenmahlzeiten.

Mit knapp zwei Milliarden Jahresumsatz macht die Döner-Branche in Deutschland mehr Umsatz als McDonald's, Burger-King und Wienerwald zusammen. Laut Remzi Kaplan, Besitzer mehrerer Firmen, die Dönerfleisch produzieren und damit handeln, werden pro Tag etwa 300 Tonnen Döner Kebap in Deutschland verspeist. Der deutsche "Döner-König" (laut Boulevard-Presse) sagte in einem Interview mit TOPIC, dass etwa 60 bis 70 Prozent des Döner-Fleisches von geschächteten Tieren stamme. Kaplan: "Das ist sehr wichtig!" Wichtig deshalb, weil Muslime nach Auffassung mancher Theologen anders geschlachtetes Fleisch nicht essen dürfen. Schächten bedeutet, dass dem Tier die Kehle durchschnitten wird und es bis zum Tode ausblutet. Dieses Schächten ist verbunden mit einem Ritual. Der muslimische Metzger muss gemäss dem Koran (Suren 5 und 6) den Namen Allahs über dem Tier ausrufen, weil Allah nach muslimischem Glauben der Geber aller Dinge ist.

Laut Dr. Manfred Götz, Professor für Islamwissenschaften an der Universität Köln, geht das Schächtungsgebot auf muslimische Quellen zurück, die das Opfern im engeren Sinne beschreiben. Aus christlicher Sicht kommt somit die Frage auf, ob Döner Kebap nicht als Opferfleisch für Allah eingestuft werden muss.

Nach Ansicht von Dr. Christine Schirrmacher, evangelikale Dozentin für Islamwissenschaften und Leiterin des Institutes für Islamfragen der Deutschen Ev. Allianz (DEA), ist das Schächten heilige (sakrale) wie weltliche (säkulare) Handlung zugleich, da beide Bereiche im Islam nicht getrennt sind. Das Schächten ist ein religiöses Ritual, wird gleichzeitig von Muslimen jedoch auch mit "Vernunftgründen" unterlegt. Viele Muslime sind wegen der Verpflichtung zur rituellen Reinheit sehr besorgt, nur geschächtetes Fleisch zu essen.

Wie immer man das Schächten sehen mag, ein anderer Aspekt spielt auch noch eine Rolle. Laut dem Mediziner Dr. Werner Hartinger produzieren Tiere in einem langen Todeskampf, was beim Schächten der Fall ist, Stress-Hormone. Doch die sind gefährlich. Werden diese Stresshormone, wie z. B. Apomorphine, über das Schächt-Fleisch in den menschlichen Körper aufgenommen, könne es zu gesundheitsschädigenden Auswirkungen kommen, so Hartinger.

Schächten ist eigentlich in Deutschland verboten, aber mit amtlicher Sondererlaubnis Juden und Muslimen erlaubt. Besonders Döner-Imbisse mit der Bezeichnung "halal" ("rein") verwerten ausnahmslos Fleisch

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Quelle: TOPIC

Datum: 02.08.2005

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