Tsunami: Caritas realisiert für 111 Millionen Franken Not- und Wiederaufbauprogramme

Am 26. Dezember hat sich das verheerende Seebeben in Südasien gejährt. Durch den Tsunami verloren nach offiziellen Angaben 226’500 Menschen ihr Leben, 2,3 Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden obdachlos.

Nach der Nothilfe ist die Phase des Wiederaufbaus angebrochen. Caritas Schweiz ist mit finanzieller Beteiligung der Glückskette in Indien, Sri Lanka, Indonesien und Thailand daran, Häuser, Schulen und Brunnen wieder instand zu stellen und einkommensfördernde Massnahmen umzusetzen. Die Programme sind auf vier Jahre ausgerichtet und umfassen 111,2 Mio. Franken.

Indien

In der Region Eluru im Bundesstaat Andra Pradesh erhielten nach dem Tsunami in einem ersten Schritt 6000 Familien Nahrungsmittel, Kochgeschirr, Decken und Medikamente. In 15 Dörfern wird die Bevölkerung dabei unterstützt, über 1619 Boote und 1334 Netze zu reparieren sowie 93 Anlagen zur Salzgewinnung wieder instand zu stellen.

Im Distrikt Kanyakumari leistete Caritas nach dem Tsunami in fünf Dörfern Nothilfe. Die Betroffenen erhielten insbesondere Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Küchenutensilien sowie Zugang zu funk-tionierenden sanitären Anlagen. Zudem wurde ein Programm mit kulturell angepassten Methoden zur Traumabewältigung durchgeführt. 700 nur zum Teil beschädigte Häuser wurden repariert. 600 müssen neu gebaut werden, wovon am Jahrestag des Tsunami 200 an die Tsunami-Betroffenen übergeben werden können. Die Bevölkerung erhielt zudem Unterstützung bei der sozialen Integration und Vernetzung, bezüglich Dorfökonomie und bei der Ausbildung von besonders verletzlichen Gruppen. 55 Kleinunternehmen wurden wieder aufgebaut sowie vier Fischverarbeitungszentren und vom Salzwasser beschädigte Kokosfarmen von 33 Familien wieder nutzbar gemacht.

Caritas-Engagement für Tsunami-Betroffene in Indien: 29,7 Millionen Franken

Indonesien

In der Stadt Meulaboh baut Caritas Schweiz 1500 Häuser für Stadtbewohner, die nicht mehr in ihre Quartiere an der Küste zurückkehren können. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im kommenden Frühjahr beginnen, wenn die Landfragen abschliessend geklärt sind. In Singkil, einem anderen Gebiet, ist das bereits der Fall. Dort sind total 1050 Häuser im Bau.

In einem ersten Schritt wurden nach dem Tsunami in Meulaboh 2000 Matratzen und 1000 Öfen verteilt sowie 2000 Brunnen gereinigt und wieder benutzbar gemacht. Weil das Wasser bis in eine Tiefe von rund 100 Meter versalzen ist, muss in der Stadt eine neue Trinkwasserversorgung erstellt werden. Für den Aufbau von sieben Brunnenstationen wurden deshalb seismische und geo-elektrische Messungen durchgeführt. Demnächst beginnen die Bohrungen für den Ausbau. Zudem wird ein Distriktspital erstellt und ein wiederaufgebautes Waisenhaus möbliert.

Caritas-Engagement für Tsunami-Betroffene in Indonesien: 54 Millionen Franken

Sri Lanka

Die Nothilfe umfasste die Verteilung von 4655 Küchen- und Schlafsets sowie von 351 Werkzeugsets. 25 Boote wurden ersetzt, 40 Boote repariert und 3010 Fischernetze verteilt. Erstellt wurden 350 tem-poräre Wohneinheiten für maximal vier Jahre, 42 Latrinen, vier Lagerhäuser und fünf Versammlungs-gebäude. In Trincomalee sind bis Ende Jahr fünfzig Häuser fertiggestellt. 500 Häuser werden repariert. Bis Ende 2007 ist der Bau von 1000 Häusern geplant, zum Teil auch öffentliche Gebäude wie Schulen und Gesundheitszentren.

Caritas-Engagement für Tsunami-Betroffene in Sri Lanka: 24,8 Millionen Franken

Thailand

Im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Phang-Nga und Ranong erhalten 293 Haushalte umfassende Unterstützung. 86 Fischfarmen und 10 000 Reusen werden repariert. Für Kinder werden Tagesstätten angeboten, weil ihre Mütter mit dem Wiederaufbau beschäftigt sind. Im Dorf Moo 7 bei Bang Sak ermöglicht Caritas 177 Kindern den Besuch der Schule, indem sie die Kosten für Schuluniformen, Bücher, Transporte und Verpflegung übernimmt.

Caritas-Engagement für Tsunami-Betroffene in Thailand: 2,7 Millionen Franken

Datum: 26.12.2005
Quelle: Caritas Schweiz

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