Vergebung verstehen

Gott ist für uns, sehr sogar

Zoom
Gott der Vater, der die Menschen liebt und alle Schuld vergibt, davon haben viele schon 'mal gehört. Doch was bedeutet das ganz praktisch? Manche Dinge kann man sich selbst nur schwer verzeihen. Hat Gott sie wirklich vergeben und vergessen?

Neulich rührten meine zweijährige Nichte und ich Pfannkuchenteig an. Sie wollte kräftig helfen und schwang mächtig stolz den Löffel. Ich überliess ihr kurz die Arbeit und siehe da: Die Schüssel kippte, der Teig spritze und floss durch die ganze Küche. Die Kleine völlig erschrocken und tief beschämt auf der Arbeitsplatte.

Total schuldbewusst streckte sie mir zitternd ihre kleine Hand entgegen und stammelte verzweifelt: «Guligung, guligung, guligung!"» Ehrlich gesagt, war mir der Teig völlig egal. Alles, was ich wollte, war, sie in den Arm zu nehmen und zu trösten! Und plötzlich verstand ich ein bisschen besser, wie Gott uns sieht.

Gottes gütiger Blick

Oft bemühen wir uns sehr, alles gut zu machen, und dann verbocken wir es trotzdem. Schuld sein ist schlimm. Vor allem, wenn man Situationen nicht mehr rückgängig machen kann. Aber schätzt das Gott ein? Ist nicht noch saurer auf uns als wir selbst? Er schaut uns gütig über die Schulter und leidet mit, wenn etwas nicht hinhaut.

Gott ist mehr als eine mehr oder weniger gutmütige Tante. Er wird uns in der Bibel als ein liebender Papa beschrieben, der uns in den Arm nehmen und trösten möchte, wenn etwas schiefgeht. Es geht ihm nicht um das, was wir vielleicht verhaut haben. Es geht ihm um uns. Er hat uns ein Leben mit Verantwortlichkeiten überlassen, obwohl er weiss, dass wir nicht perfekt sind und immer wieder Fehler machen werden.

Die Schuld muss einfach weg

Die Bibel schreibt klar, dass uns Schuld von dem heiligen unfehlbaren Gott trennt. Aber nicht weil Gott von unseren Fehlern so enttäuscht ist, dass er sich abwendet. Die Kluft ist eher wie ein schmieriger Pfannkuchenteig auf dem Küchenboden, der erst beseitigt werden muss, bevor man wieder zueinander kann.

Gott liebt uns, er möchte uns nahe sein. Deswegen hat er Jesus geschickt, der alles wegräumen möchte, was zwischen uns und Gott steht oder liegt. Dabei stellt uns Gott auf Augenhöhe mit sich. Wir haben Mitspracherecht und dürfen selbst entscheiden, ob wir ein Miteinander wollen oder nicht.

Schuld hat Konsequenzen

Gott vergibt alles, und sei es noch so schlimm. Trotzdem hat Schuld natürlich Auswirkungen, mit denen wir umgehen müssen. Im Fall meiner Nichte gab es an diesem Mittag leider keine Pfannkuchen mehr, sondern Wurstbrot, denn Mehl und Eier waren alle.

Im echten Leben sind die Konsequenzen manchmal unangenehmer. Aber egal, was wir durchmachen müssen - Gott möchte uns gern an die Hand nehmen, unterstützen und uns durchhelfen. Und er möchte, dass wir ihm das zutrauen.

Zum Thema:
Gott kennenlernen


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Freiheit von Schuld
In kaum einem anderen Bereich fühlen sich so viele Menschen so alleingelassen. Aber gerade Schuldgefühle weisen darauf hin, dass wir auf Gemeinschaft...
Neue Identität
Einige vermuten, dadurch dass man in die Kirche geht. Doch – wird jemand zum Auto, wenn er eine Nacht in einer Garage schläft? Nein, auch hier gibt...
Stolpergedanke
Fehler passieren im Stress jedem einmal. Sogar dem Pfarrer, der während der Predigt über die Treppenstufe fällt. Dass der Pfarrer damit ein Gespräch...
Gott und meine Sünden
Eine geläufige Vorstellung ist, dass Gott sauer auf die Menschen ist und es kaum erwarten kann, sie für ihre Sünden zu bestrafen. Die Wahrheit ist,...

Anzeige

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

Konzerte in Basel, Wädenswil, Neuchâtel 15.-17.3
Das Seminar für Frauen, die sich nach frischem Wind in den Segeln ihres Lebens sehnen…
xplore passion: praxisnah – lebensverändernd – nachhaltig
Weekend vom 17. bis 19. Februar 2012 in der New International Church