Ist Jesus zu radikal?

«Nur durch mich geht’s in den Himmel»

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In den heutigen Zeiten der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, den verschiedenen Nationen und den Religionen wirkt es unangebracht, wenn man sich selbst als das Absolute darstellt. Was also meint Jesus, wenn er sehr deutlich von sich sagt, dass er der einzige Weg in den Himmel ist? Wie kann er so etwas sagen? Und meint er damit, dass Christen etwas Besseres sind, als Menschen anderer Religionen?

Jesus sagt: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.» Die Bibel, Johannes, Kapitel 14, Vers 6.

Jesus, der Arrogante?

Zugegeben, diese Worte irritieren. Wie kann Jesus von sich behaupten, die Wahrheit zu sein und der einzige Weg in den Himmel? Schon zu Jesu Lebzeiten waren solche und ähnliche seiner Aussprüche absolute Aufreger. Genau wegen dieser Behauptungen wollten ihn die Frommen loswerden. Aber Jesus hörte nicht damit auf. Neben dem, dass er viel Gutes tat und andere sehr weise Gedanken von sich gab, beanspruchte er immer und immer wieder den absoluten Weg für sich.

Den anderen Blickwinkel nehmen

Wie alles im Leben, muss man die Worte von Jesus im Zusammenhang sehen. Was war seine wichtigste Botschaft? Als er genau das einmal gefragt wurde, antwortete er: Liebe.

Und seine Worte waren keine leeren Versprechungen, er lebte diese Liebe. Er brach alte Strukturen auf, hielt sich zum Wohl Einzelner nicht an die strengen, jüdischen Gesetze. In seinen Reden machte er immer wieder deutlich: Der Mensch ist wichtiger, als Regeln. Er rief auf zu Barmherzigkeit, Güte, Vergebung, Respekt. Er überschritt die Grenzen zwischen arm und reich, angesehen und ausgestossen.

Rätsel lösen

Jesus sprach immer wieder in Gleichnissen und Bildern. Manchmal verstanden nicht mal seine besten Freunde, was er damit meinte. Könnte es sein, dass Jesus auch hier ein Bild verwendet, das über die Jahre missverstanden wurde?

War Jesus einer, der eine Gruppe von Menschen bevorzugen würde? Nein! Jesus kann also nicht gemeint haben, dass nur Christen in den Himmel kommen, alle anderen haben leider Pech gehabt. Und trotzdem sagt Jesus, er ist der einzige Weg.

Jesus, der Weg in den Himmel

Liest man das Neue Testament, wird klar, was Jesus sagen wollte: Keine Kirche und keine Religion kann irgendwen erlösen. Auch keine Regeln, Gesetze oder Gebote, die man befolgt, können einen in den Himmel bringen. Kein «gut sein», kein Kampf gegen andere Religionen. Gar nichts.

Der Mensch ist nicht in der Lage, sich selbst zu erlösen, da kann er ausprobieren, was er will. Er kann religiösen Gruppen beitreten und sich genau daran halten, was sie vorschreiben – das alles bringt nichts.

Was ist Jesus?

Wenn Jesus der Weg zum Himmel ist, dann muss man sich anschauen: Wer und was ist Jesus? Er ist der lebende Beweis, dass Gott gut ist und Menschen bedingungslos liebt. Immer wieder hat Jesus gesagt: Ich schenke euch den Weg zum Himmel. Man kann sich nicht selbst erlösen. Man kann es sich nicht verdienen. Kein Mensch ist gut genug. Aber Gott ist gut. Deswegen muss man sich nicht abkämpfen.

Wenn Jesus sich selbst als den Weg und die Wahrheit bezeichnet hat, war das nicht als absolute, ausgrenzende Provokation gedacht, sondern als ein Zeichen von Gottes Liebe. Es ist eine Einladung für alle Menschen, aller Religionen: Lasst los von euren Zwängen. Lasst euch nicht von irgendjemanden unterdrücken. Und bringt euch selbst nicht so unter Druck. Der Weg ist frei. Ihr seid erlöst, denn ich erlöse jeden, der es möchte.

Zum Thema:
Jesus kennenlernen


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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