Stress

Wer bestimmt mein Leben?

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Nach holprigem Start war ich endlich auf der Erfolgsspur: Mitarbeiter des Monats, einen Abteilungsleiterposten in Aussicht und kaum zu bändigender Ehrgeiz. Die Welt des 5-Sterne Hotels sollte mir gehören. Doch eine überschaubare Problemstellung, in der ich statt meiner Erfahrung dem falschen Rat eines Kollegen folgte, beendete meine Aufstiegschancen.

Jahre später konnte ich in einem attraktiven Modellprojekt eines Bundeslandes mitarbeiten. Eine bisherige Kollegin wurde meine Chefin. Von Beginn an lief es nicht gut. Sie bastelte ständig an der Konzeption und Abstimmungsprozesse liefen ins Leere. Ich versuchte, an ihr vorbei auf mich aufmerksam zu machen, besuchte eigensinnig den Ansprechpartner im Ministerium und merkte sofort, dass ich mich vergaloppiert hatte. Das Projekt wurde eingestellt.

Gute Idee …

Und noch ein «Chef-Erlebnis»: In einer internen Besprechung hatte ich eine kluge Marketingidee, die offenbar so gut war, dass mein Chef diese bei der nächsten grossen Präsentation vor den Partnern als seine Idee ausgab – ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Meine Unzulänglichkeiten und diverse Ungerechtigkeiten führten mich in der Folge zu einem überlebenswichtigen Fazit:

Mein Chef ist Jesus Christus

Ich arbeite für ihn. Für ihn kann ich mich anderen Menschen unterordnen. Er weiss, was ich kann und was nicht. Er ist das Fundament und das Steuer meiner beruflichen Karriere, egal wie viel Lob und Anerkennung dabei rausspringen. Bei ihm muss ich mich nicht verrenken und etwas beweisen. Er fordert mich, ohne mich zu überfordern.

Zwar behalten meine Chefs ihre Autorität und ihr Direktionsrecht, aber sie sind nicht mehr das Mass aller Dinge. Eigentlich logisch – aber doch täglich neu zu begreifen.

Zum Thema:
Mehr über den erfahren, dem man nichts beweisen muss


Autor: Thomas Weigel

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