Neue Präventions-Methode

Pfarrer haben ein erhöhtes Burnout-Risiko

Stress ist inzwischen zu einem weitverbreiteten gesellschaftlichen Problem geworden. Überarbeitung kann schwere physische und psychische Krankheiten auslösen. Die neue Präventions-Methode «Prelax» soll einerseits die Früherkennung erleichtern und will andererseits Betroffene begleiten.

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Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer und Pfarrer waren ursprünglich die Berufe mit hoher Burnout-Gefährdung. Heute trete das Burnout-Syndrom in praktisch allen Berufsfeldern auf, schreibt das Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW).

Eine deutsche Gemeinschaftsstudie durch die Universitäten Freiburg und Witten-Herdecke unter 370 Pfarrern stellte bei über 40 Prozent der Berufsgruppe Burnout-Symptome fest.

Ein Teufelskreis

Die Hemmungen an Burnout-Symptomen leidender Pastoren, frühzeitig über dieses Problem zu sprechen, ist nach wie vor gross. Das ist für die Prävention hinderlich und führt dazu, dass die Familie des Pastors und die Glaubensgemeinschaft mit voller Wucht damit konfrontiert werden.

Zunehmende Kirchen- und Gemeindeaustritte bedeuten für das zurückbleibende Personal, eine weitere emotionale Belastungen. Die daraus folgenden Sparmassnahmen führen in den Kirchen zu einer erhöhten Arbeitsbelastung.

Veränderte Bedingungen

Patrick Ulmann, Theologe, Burnout- und Stressregulationsberater erklärt: «Wir haben heute eine enorme Arbeitsverdichtung – es wird einer höhere Produktivität in kürzer Zeit verlangt. Wir bewegen uns durchschnittlich viel weniger als noch vor 50 Jahren, was dazu führt dass Stresshormone länger im Körper bleiben und so das Immunsystem belasten.»

Motor startet nicht mehr

«Unser autonomes Nervensystem besitzt einen Leistungsnerv und einen Entspannungsnerv. Das ist vergleichbar mit dem Gas- und Bremspedal eines Autos. Wenn jemand mit seinem Auto ständig auf dem Gaspedal unterwegs ist, fährt er früher oder später an eine Wand oder in den Graben. Wenn ein Mensch unter ständiger Spannung steht, geht früher oder später die ganze Spannkraft verloren. Biologisch gesehen startet am Morgen der Motor nicht mehr», erläutert Ulmann.

Gegensteuer geben

Eine neue Präventions-Methode, die sich «Prelax» nennt, will dieser Not entgegentreten. Regelmässige Analysen, Sensibilisierung und Weiterbildung über das ganze Jahr verteilt, sollen das Burnout-Risiko reduzieren. Diese Dienstleistung richtet sich an alle, unabhängig von Alter und Geschlecht.

Zentraler Bestandteil ist ein Langzeitstresstest, welcher alle 6 Monate vom Teilnehmer ausgefüllt und von einer Fachperson ausgewertet wird. Sobald sich die Testergebnisse im kritischen Bereich bewegen, kommt ein Beratungsgespräch zustande. Einmal im Jahr findet ein Boxenstopptag statt. «Mit viel Zeit für sich selber, gutem Essen, Wellness und Inputs zum Thema.»

Prelax ist eine gemeinsame Initiative von IGW International in Zürich – einer theologische Ausbildung – und ICS Ulmann, Inhouse Counseling Services in Hünenberg See (ZG), ein auf Stressbewältigung spezialisiertes Beratungsunternehmen.


Datum: 20.10.2011

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