Sie ist wieder da: Die Zeit der Lichter, Lebkuchen und Ladenbesuche. Es ist eine volle, ja geradezu vollgestopfte, Zeit – und das macht diese Tage vor Weihnachten auch so widersprüchlich. Wie kommen wir zur Ruhe in der Geschäftigkeit?
Wer Erwachsene nach Advent und Weihnachten fragt, stösst auf Menschen, die diese Zeit einfach nur überstehen wollen; ihnen würde nichts fehlen, wenn es die Tage mit dem ganzen Drumherum nicht gäbe. Andere können sich an Gemütlichkeit und Leckereien, an Weihnachtsmärkten und Glühwein, so richtig freuen. Aber fast jeder, wenn man ihn nach den Adventstagen fragt, vergisst nicht zu erwähnen, dass er keine Lust auf Hektik und Trubel hat.
Was macht Ihnen Freude?
Gibt es etwas, auf das Sie sich in diesen Tagen freuen? Meistens sind es Dinge, die wir in der Kindheit erlebt haben: Stimmungsvolle Musik, Lebkuchen und Marzipan, brennende Kerzen, Lichterschmuck und Gemütlichkeit ...
Der Verein «Andere Zeiten» (Hamburg) entwickelte eine Idee, um Menschen zu helfen, die Adventstage zu nutzen: Er brachte einen Adventskalender heraus. Hier gibt es jeden Tag Texte und Bilder statt Schokolade. Der Kalender begann in diesem Jahr mit dem 26. November 2011 und endet mit dem 6. Januar; im letzten Jahr wurde der Kalender 430’000 Mal verkauft! Zum Austausch miteinander können Leser auch das Internetforum unter anderezeiten.de nutzen, das seit dem 26. November geschaltet ist.
Nur zwölf Minuten
Die Grundansatz der Initiative ist einfach: Sich jeden Tag zwölf Minuten Zeit nehmen, um einen Gang runter zu schalten und über etwas nachzudenken. Zwölf Minuten Zeit, soviel sollte man sich täglich für den Kalender nehmen, empfiehlt das Hamburger Team.
Zwölf Minuten – das ist ein Zeitraum, den sich jeder einmal am Tag freihalten kann. Und wenn das nicht möglich ist, dann sollte er seine derzeitige Lebensführung einmal in Frage stellen.
Diese wenigen Minuten kann man zuhause verbringen, vor Kerzenlicht und einem Glas heissem Tee oder auch am Arbeitsplatz, wenn sicher ist, dass man nicht gestört wird. Andere ziehen vielleicht einen Spaziergang oder den Besuch in einer Kirche vor, was natürlich mehr Zeit kostet.
Aber warum überhaupt solche Zeiten der Ruhe und Besinnung? - Weil solche Zeiten jeder Mensch braucht; Zeiten, in denen einmal Luft holt und aus dem Alltagsrad aussteigt. Dabei ist Unruhe und Hast alles andere als nur ein Problem des heutigen Menschen. Vor etwa 2500 Jahren ermahnte der Prophet Jesaja sein Volk mit diesen Worten: «So spricht der Herr (gemeint ist Gott): ‚Ihr seid wie widerspenstige Kinder! Lasst euch warnen!... Kehrt doch um zu mir, und werdet ruhig, dann werdet ihr gerettet! Vertraut mir, und habt Geduld, dann seid ihr stark! Doch das wollt ihr nicht. Ihr prahlt: 'Wir haben gute und schnelle Pferde, wir bringen uns rechtzeitig in Sicherheit.'» (Die Bibel, Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 30, Verse 1 sowie 15 bis 16).
Lieber wenig als gar nichts
Und wenn Sie sich überfordert fühlen, sich eine solche Zeit jeden Tag zu reservieren, dann tun Sie es eben «nur» jeden zweiten Tag. Weniger ist allemal besser als es ganz zu lassen. Lieber realistische Vorsätze, als Frust, weil man es nicht schafft, wie man es sich vorgenommen hat.
Advent ist von seinem Ursprung her eine Warte-, Fasten- und Vorbereitungszeit. Stattdessen erleben wir diese Tage in unseren Breiten meist hektisch, übervoll, zwar auch gemütlich, aber alles in allem doch geschäftig. Statt zu warten, sind viele eilig unterwegs, es gibt viel zu tun, nicht nur im Blick auf Weihnachten, sondern auch, weil das Jahr vor seinem Ende steht. Und Fasten ist in dieser Zeit schon gar nicht angesagt, sondern viele gönnen sich Süsses.
Nun, ist es an Ihnen, wie Sie die Adventstage nutzen. Überlegen Sie, wo Sie sich Inseln der Ruhe schaffen in diesen Tagen schaffen können. So könnte der Advent in diesem Jahr zu etwas sehr Besonderem werden.
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