Intellektuell? Asozial? Gepflegt? Teuer gekleidet? Dürftig? Stillos? In unserer Gesellschaft ist es so wichtig, was wir sind. Wer es zu etwas bringen will, muss kämpfen. Offenbar hat Gott all das nicht nötig.
Mit Bildung, guter Kleidung und Kontakten bringt man es zu etwas. Wer Geld und Erfolg hat, hat es geschafft. Die Weihnachtsgeschichte zeigt uns, wie anders Gott ist.
Oder wie kommt es, dass er sein Kommen so inszeniert: Er kommt als Mensch. Wird geboren als uneheliches Baby zweier Teenager, die an diesem Abend obdachlos sind. Die Engel verkünden den Hirten auf dem Feld, an was sie den mächtigen König erkennen können: an ein paar Windeln! Und doch ist er in all dem herrlicher und grösser als alles, was diese Welt zuvor gesehen hat.
Gott drängt sich nicht auf
Wir bemühen uns jeden Tag, jemand zu sein. Es ist uns wichtig, was die anderen von uns demlem. Wir betonen die eigenen Vorzüge, kaschieren die Nachteile. Ich will gemocht und bewundert werden.
Und was macht Gott? Er kommt nicht mit Pauken und Trompeten, dass alle endlich mal erkennen was er drauf hat. Gott macht sich klein. Übersehbar. Kaum einer bekommt seine Geburt als Mensch mit.
Gott ist völlig frei vom Druck sich selbst darzustellen. Was so schlicht, einfach, ja, fast peinlich wirkt, offenbart seine Herrlichkeit nur dem, der sich darauf einlässt. Gott drängt sich keinem auf, indem er seine Grösse und Herrlichkeit demonstriert. Da müsste ja jeder an ihn glauben. Gott kommt leise.
Was ist wirklich wichtig?
Wenn man das Kommen Jesu, sein Leben und seinen Tod betrachtet, wird eines klar: Er war komplett anders als wir heute. Es war ihm so egal, was andere denken. Er hat von sich gesagt: «Ich bin die Wahrheit.» (Die Bibel, Johannes, Kapitel 14, Vers 6) Und das war genug.
Was wäre, wenn auch für uns nur die Wahrheit wichtig wäre? Dass ich ein geliebtes Kind Gottes bin, einfach so? Dass Gott für mich Mensch wurde um eine Beziehung zu mir aufzubauen. Dass er meine Schuld von mir genommen hat. Und ich einfach angenommen bin, so wie ich bin. Dass es gar nicht mehr zählt, was andere von mir denken, wie ich gekleidet bin oder was ich alles kann.
Weihnachten will uns Mut machen, den ganzen Schnickschnack unseres Lebens abzulegen. Gott hat sich für uns klein gemacht. Auch wir müssen nichts mehr darstellen. Wir dürfen sein, wie wir wirklich sind.
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