Der Faktor G

Rituale ins Leben einführen

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Der Gemütliche ist ungleich viel leistungsfähiger, wenn er sich die Freiheit nimmt, sich gelegentlich zu «besinnen», und zwischendurch «alle Zeit der Welt» zur Verfügung zu haben.
 
Es ist hilfreich, Rituale im Leben zu haben. Viele Menschen mögen Sicherheiten und Wiederholungen. Mut zum Nichtstun! Die Fremdbestimmung darf ersetzt werden durch eine selbstgewählte Eigenbestimmung. Sie dürfen lernen, Ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele bewusst zu erkennen und diese als Wegweiser zu verstehen.

Faktor G bereichert das Leben

Diese Person hat die Fähigkeit, sich und anderen Menschen die Möglichkeit für Zeiten der Entspannung zu bieten. Der gemütliche Mensch kann gut geniessen und ist den schönen Dingen des Lebens zugetan. Diese teilt er gerne mit seinem Gegenüber. Die Lebensfreude wirkt ansteckend. Menschen mit dieser Grundrichtung bereichern ihre Mitmenschen. Sie legen Wert auf Ästhetik, sei dies in Bezug auf Design, Raumgefühl oder Klang. Sie können mit allen fünf Sinnen geniessen. Ein angenehmer (zwischenmenschlicher) Umgang ist ihnen sehr wichtig. Eigenbestimmung ist für sie das Wichtigste. Stress, Druck, Eile, Forderungen und Erwartungen lieben sie hingegen überhaupt nicht, weil sie sich dabei fremdbestimmt fühlen.

Es gilt genauer hinzuschauen, um die eigene Selbstwahrnehmung zu schärfen. Was ich durchschaue, kann ich ändern. Seine Bedürfnisse zu erkennen und ihnen nachzukommen, ist die Grundlage, um gezielt und bewusst Genussmomente zu schaffen. Die Steigerung des persönlichen Wohlbefindens ist der Akzent für die persönliche Zufriedenheit. Faktor G ist Lebensfreude!

Den G-Faktor kultivieren

In jedem einzelnen Ereignis entscheide ich mich, ob ich den G-Faktor zulasse. Glücksgefühle brauchen die Erlaubnis, den Moment wahrzunehmen und zu geniessen. Wenn ich ein Erlebnis als anregend, erfreulich oder schätzenswert bewerte, entwickelt sich die Freude. Alltagssituationen beinhalten unzählige Momente, in welchen diese Freude entstehen und wachsen kann, sei das

  •  eine Ermutigung
  •  ein Lächeln
  •  ein Dank
  •  ein Sonnenstrahl
  •  ein Vogel der zwitschert
  •  ein anregendes Gespräch
  •  eine Erinnerung an einen schönem Moment
  •  etc.

Es gilt zwei Aspekte besonders zu beachten. Achten Sie erstens auf ihre Selbstgespräche! Der Mensch führt gemäss Studien täglich rund 4000 Selbstgespräche, die oft nicht mehr wahrgenommen werden. Das Dumme daran ist, dass 70 Prozent dieser Selbstgespräche einen negierenden Inhalt haben. Und diese negativen Selbstgespräche rauben einem jegliche Lebensfreude! Erlauben Sie sich zweitens, sich zu entspannen: täglich (im Minimum jedoch wöchentlich) sollten Sie etwas für sich tun! Das macht Sie noch lange nicht zu einem «faulen» Menschen. Bestimmen Sie das Zeitfenster, das Sie brauchen, und gestehen Sie es sich zu! Beginnen Sie wieder zu entdecken, was Ihnen besonders viel Spass und Freude macht und Entspannung schenkt. Heben Sie nichts auf für besondere Anlässe oder spätere Lebensphasen auf! Jeder Tag, den Sie geniessen, ist etwas Besonderes.

Augenblicke

Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges (1899-1986) hat den G-Faktor sehr treffend beschrieben:

«Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen, ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen, ich würde nicht so gesund leben, ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen. Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten; freilich hatte ich auch Momente der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben. Falls du es noch nicht weisst, aus diesen besteht nämlich das Leben. Nur aus Augenblicken; vergiss nicht den jetzigen. Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuss gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

Der Autor: Urs R. Bärtschi (1963), ist Seminarleiter, Laufbahnberater und Coach BSO, sowie Theologe. Er war viele Jahre in Ausbildungs- und Führungsfunktionen tätig und führt heute die Firma Coachingplus GmbH.

Zum Thema:
Das Geheimnis der Lebensfreude

Webseite:
Coachingplus GmbH


Autor: Urs Bärtschi
Quelle: Livenet / Coaching Plus

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