Verein Weisses Kreuz

«90 Prozent der Jugendlichen nutzen Pornos»

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Regelmässiger Pornokonsum könnte sich negativ auf die Ehe und das partnerschaftliche Sexualleben auswirken.
Bis zu 90 Prozent der 8- bis 16-Jährigen konsumierten pornografische Inhalte. Darauf wies Rolf Trauernicht, Leiter der Organisation Weisses Kreuz, bei einem Seminar beim GemeindeFerienFestival SPRING in Ruhpolding hin.

Durchschnittlich begännen die Jugendlichen mit elf Jahren, Pornos anzuschauen. Die meisten Pornos würden dabei von Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren angeschaut, so der Therapeut. Insgesamt seien in Deutschland etwa 700.000 Menschen mehr als 35 Stunden pro Woche online, um pornografische Inhalte zu nutzen, sie gelten damit als internetsexsüchtig.

Individuell beurteilen

"Die Ursachen dafür sind sehr differenziert", sagte Trauernicht. "Man muss das ganze Leben ansehen". Denn Probleme in verschiedenen Lebensbereichen, beispielsweise Mobbing, Beziehungsprobleme, negative Erfahrungen durch sexuellen Missbrauch oder geringes Selbstwertgefühl könnten Motivationen dafür sein, Pornos zu konsumieren, was zu Suchtverhalten führen kann. Zudem seien solche Inhalte im Internet jederzeit anonym und kostengünstig zugänglich, was ihre Nutzung vereinfache.

Bilder bleiben jahrelang im Kopf

Regelmässiger Pornokonsum könne sich negativ auf die Ehe und das partnerschaftliche Sexualleben der Betroffenen auswirken und zu Perversionen führen. Ausserdem mache man sich mitschuldig am Missbrauch von Frauen, wenn man pornografische Inhalte nutze. "Um von Internetsexsucht frei zu werden, muss man immer wieder eine Entscheidung gegen das schöne Gefühl eines Augenblicks treffen", meint Trauernicht. Die angewöhnten Rituale bei der Pornonutzung könnten bei einer Therapie in einigen Wochen abtrainiert werden. Aber die Bilder, "das Kino im Kopf" bleibe mehrere Jahre erhalten. "Das muss man aushungern".

Internetsexsucht auch bei Christen

Internetsexsucht sei auch unter Christen ein Problem, werde aber oft tabuisiert. "Wir müssen das auch in unseren Gemeinden thematisieren und darüber sprechen", appelierte Trauernicht. Seine Beobachtung: "Fromme tun sich damit oft schwerer, offen über dieses Thema zu reden, als Nichtchristen".

Rolf Trauernicht leitet seit 2006 den Verein Weisses Kreuz, der sich seelsorgerlich und beratend mit sexualethischen Fragen beschäftigt.

Links zum Thema:
Dossier Internet(sex)sucht
www.porno-frei.ch


Autor: Wolfgang Baake
Quellen: SPRING-Pressestelle/Livenet

Datum: 23.04.2009

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