Evolutionskritisches Lehrbuch sorgt bei Biologen für Unruhe
Evolution – ein kritisches Lehrbuch
Hannover. Die Verleihung des Deutschen Schulbuchpreises im vorigen Jahr an ein evolutionskritisches Lehrbuch hat bei Biologen erhebliche Unruhe ausgelöst. Dies berichtete der Direktor des Mikrobiologischen Instituts der Technischen Universität München, Prof. Siegfried Scherer.
Für die meisten Wissenschaftler sei es selbstverständlich, dass sich die Welt aufgrund der Evolution gewissermassen von allein entwickelt habe. Daher hätten sie die Entscheidung des “Kuratoriums Deutscher Schulbuchpreis” mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen. Allerdings gebe es bis heute keine überzeugende Erklärung, wie ein ständiger Ausleseprozess, die Grundlage der Evolutionstheorie, immer komplexere Strukturen hervorbringe. Darauf weise das im Giessener Weyel-Verlag erschienene Buch “Evolution – ein kritisches Lehrbuch” hin.
Verfasser sind Scherer, der auch Vorsitzender der Studiengemeinschaft “Wort und Wissen” ist, und Reinhard Junker (Baiersbronn bei Freudenstadt), der wissenschaftlicher Mitarbeiter dieser evangelikalen Organisation ist, die die Schöpfungslehre vertritt.
Laut Scherer interessieren sich vor allem kirchenferne Menschen für den Ursprung des Lebens. Zu entsprechenden Vorträgen kämen regelmässig zahlreiche Besucher, die wenig von der Bibel wüssten. Im Blick auf den Lebensschutz forderte Scherer die Christen zu Allianzen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen auf. Viele biomedizinische Verfahren, etwa therapeutisches Klonen, würden auch von der Mehrheit der Partei “Bündnis 90/Die Grünen” abgelehnt.
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