Gesellschaft

Wie kalt wird es noch (in uns)?

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Kälte, Eis und Schnee herrschen über Mitteleuropa.
Der Winter hat Mitteleuropa fest im Griff. Für die einen ist das schön und gemütlich, andere stöhnen über Kälte, Eis und Schneematsch und sehnen sich nach wärmeren Tagen. Doch es gibt auch eine Kälte jenseits des Winters.


In Diskussionen und Berichten über gesellschaftliche Probleme hört man immer wieder von „sozialer Kälte". Gemeint ist damit Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, gegenüber ihren Nöten, Problemen und Herausforderungen.

Die Bibel nennt das eine Kälte des Herzens: „Weil Gottes Gebote missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei vielen Menschen erkalten." Mit diesen Worten beschreibt Jesus die Zeit vor seiner Wiederkehr, also vor dem Ende dieser Welt. In manchen Übersetzungen heisst es sogar „erlöschen" statt „erkalten" (Matthäus-Evangelium 24, Verse 12-14).

Wohlstand und Glück

Wie wird aber ein Herz hart und verschlossen, also kalt? In unseren Breiten - und weit darüber hinaus - denken viele Menschen, wenn es ihnen nur materiell gut geht und sie finanziell abgesichert sind, dann sind sie glücklich und zufrieden. In Wahrheit scheint es den gegenteiligen Effekt zu geben: Je grösser der Wohlstand, desto mehr machen sich Unzufriedenheit und Selbstbezogenheit breit.

Wie Sie Ihr Inneres warmhalten können

  • Leugnen Sie nicht Ihre eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten. Stehen Sie dazu und schieben Sie sie nicht beiseite, als würd es sie nicht geben. Dann können Sie sich auch leichter den Nöten und Schwächen anderer zuwenden.
  • Überlegen Sie sich, wo Sie anderen Menschen praktisch helfen können: für sie einkaufen, mit ihnen spazieren gehen, mal ihre Kinder beaufsichtigen ... Fangen Sie klein an und nehmen Sie sich nicht zuviel vor.
  • Messen Sie Glück und Lebensqualität nicht an materiellen Standards wie Einkommen, Urlaub und so weiter.
  • Machen Sie sich eine eigene Liste für das, wofür Sie dankbar sein wollen: gute und ehrliche Gespräche, Freundschaften, Situationen, in denen Sie vor grösserem Schaden bewahrt wurden, und anderes.
  • Üben Sie sich in Dankbarkeit: Überlegen Sie sich am Ende eines Tages, für welche Dinge Sie Grund zum Danken haben.
  • Vergeben Sie sich und anderen immer wieder, damit Sie innerlich nicht hart werden.
  • Lassen Sie nur begrenzte Information über Nöte von anderen an sich heran, seien es Medienberichte oder Gespräche. Überfordern Sie sich nicht und grenzen Sie sich rechtzeitig ab, sonst werden Sie resignieren.
Wir hören es immer wieder: Man soll anderen helfen, und dann gehe es einem selber besser. Dieser Rat stimmt. Wer für die Nöte anderer Menschen offen bleibt, der bewahrt sich selbst und auch den anderen vor Kälte im Inneren. Das gilt zu jeder Jahreszeit.
Datum: 03.02.2010
Autor: Norbert Abt

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