Die Taube über allem: Das lebensfrohe Glasfenster von Hans Erni bringt die Farben in den Raum der Stille.
Fünf schlichte Worte finden sich im Anliegenbuch der Sihlcity-Kirche: „Ich danke dir für alles." Gleich darunter von anderer Hand geschrieben: „Ich auch." Laut dem Jahresbericht 2009 hat sich das Stille- und Gesprächsangebot im Zürcher Einkaufszentrum Sihlcity auch im dritten Jahr bewährt.
„Bereits wird ins fünfte, 114 Seiten starke Buch geschrieben", berichten die Seelsorger. „Finanzkrise und unbarmherzige, kalte Abläufe im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben machen sich in unseren Gesprächen zunehmend bemerkbar."
Mehr Gespräche
Täglich besuchten im vergangenen Jahr zwischen 30 und 80 Personen die Sihlcity-Kirche. Ingesamt 1‘619 Personen
hätten 2009 den Raum der Stille aufgesucht, mehrheitlich Schweizerinnen und Schweizer (auch Konfirmandengruppen). Dabei wurden 1‘392 Gespräche geführt - 210 mehr als im Vorjahr. Das ökumenische und interreligiös offene und ergänzende Seelsorgeangebot hat sich weiter etabliert, schreibt der reformierte Pfarrer Jakob Vetsch im Jahresbericht. Die Sihlcity-Kirche habe sich zu einem wichtigen Faktor des Einkaufs- und Freizeitzentrums in Zürich-Süd entwickelt. Der neue Centerleiter habe persönlich Einsitz in die Kommission der Kirche genommen. „Dadurch ist eine enge und gute Zusammenarbeit von Sihlcity und der Kirche gewährleistet."
Die Seelsorger Guido Schwitter (links) und Jack Vetsch im Gemeinschaftsraum. Im Hintergrund die Tür zum Raum der Stille.
Kirchen gemeinsam
Das Seelsorgeteam bilden Guido Schwitter (röm.-kath.), Jakob Vetsch (ref.) und Martin Bühler (christkath.). Das dreissigköpfige Freiwilligenteam leistete 3'590 Arbeitsstunden. Getragen wird die Sihlcity-Kirche vom evangelisch-reformierten und dem römisch-katholischen Stadtverband sowie von der christkatholischen Kirchgemeinde Zürich. Der Raum der Stille steht - ähnlich wie die Bahnhofskirche oder der Besinnungsraum am Flughafen - allen Personen offen.