Zürich

Steuern erklären, Gott erklären

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«Citychurch»-Prediger Hansjörg Stadelmann mit rauchenden Colts.
Die «city church Zürich» hilft beim Ausfüllen der Steuererklärung. Das Angebot ist kostenlos und steht jedem ohne Verpflichtung offen. Die christliche Gemeinschaft macht es «aus Liebe zur Stadt und den Einwohnern», wie sie sagt.

Zu biblischen Zeiten gab man seinen «Zehnten», also ein Zehntel seiner Einkünfte und Erträge, bei den Priestern ab. Damit hatte sich die Sache. Heute ist das ein bisschen komplizierter geworden. Zwei Drittel der Schweizer sind mit dem Ausfüllen der Steuererklärung überfordert.

Menschen, die im Zahlenmeer zu ertrinken drohen, finden in Zürich Hilfe bei Nachfolgern von Jesus: Die «city church» hilft kostenlos beim Ausfüllen dieser unseligen Unterlagen.

«Eine coole Sache»

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Alex und Corinne Scherrer.
Alex Scherrer, der die Steuerabende organisiert: «Wir haben Treuhänder und andere Profis, die helfen, zum Beispiel ein «Citychurch»-Mitglied, das auf dem Steueramt arbeitet. Wir schalteten Inserate in der Zeitung und mieteten einen neutralen Raum, 60 bis 80 Personen kommen jeweils.»

Das Angebot sei zum Beispiel für Menschen, die kein Geld übrig haben, um jemand dafür zu bezahlen. «Wir stellen uns kurz vor und erklären, was uns zu dieser Sache motiviert: nämlich dass Gott uns das ewige Leben gratis gegeben hat und dass drum auch wir gratis helfen.»

Das Ganze ist keine Eintagsfliege. Die «Citychurch» stand 2007 bereits zum fünften Mal mit Rat und Rechenschieber zur Seite. Und es riecht nicht nach einem verkappten Bekehrungsversuch. Das Angebot ist echt, und man mache es gern. Scherrer nennt es «eine gute Sache», die auch künftig offeriert werde.

Im System verloren

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Keiner zu klein, um ein König zu sein.
Das Steueramt lege keine Steine in den Weg; es leistete laut Scherrer sogar Starthilfe: «In den ersten Jahren legten sie unseren Handzettel in ihren Räumen auf.» Andere Profis verlangen für diese Dienstleistung Geld. Von denen seien aber noch keine bösen Briefe angekommen, man würde ihnen «das Wasser abgraben» oder ähnliches. «Zürich ist gross. Sie haben genügend Kunden, und es ist nicht gesagt, dass unsere zu einem Berater gehen würden.»

Unter anderem kämen Ausländer, die erstmals eine Schweizer Steuererklärung in den Händen haben. Viele von ihnen seien völlig verloren in einem System, das für sie neu ist. Manche Teilnehmer kämen mehrfach, andere einmal. «Einige sagen, dass sie nun wüssten wie es funktioniert, und dass sie es künftig selbst machen würden.»

«Love Zürich»

Den Steuerdienst biete der Arbeitszweig «love zürich» an. Daneben sorgt der auch für andere Aktionen: «In einer Warenhauskette kauften wir 400 Energy-Drinks aus deren Billig-Linie. Wir pappten dann einen Bibelvers drauf, der dokumentiert, dass aus Gott „Ströme lebendigen Wassers“ fliessen, und das gratis. Wir verschenkten diese Dosen, einfach um den Leuten eine Freude zu machen.»

Die «Citychurch» in Zahlen

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Kein Brett vor dem Kopf: Ballone zur Eröffnung in den neuen Räumen an der Ankerstrasse 112 in Zürich.
Gegründet: 1997; die «Citychurch» gehört zum Bund Evangelischer Gemeinden (BEG).
Anzahl Gottesdienstbesucher: 120, die zu den «Celebrations» kommen
Tendenz bei den Besuchern: Nicht eindeutig; manche stossen neu dazu, andere gehen wieder.
Anzahl der Mitarbeiter: Sechs Angestellte in Voll- und Teilzeit; dazu rund 100 Leute, die sonst noch anpacken.
Missionare: Fünf
Missionsländer: Israel, Südostasien, Tschad, Schweiz
Aktivitäten: Kinderarbeit, Ausbildung im Fünffältigen Dienst, Gottesdienste und Kleingruppen («Celebrations» und «Powerteams»).
Andere Gemeinden in der Gegend: Rund hundert
Ausländer: Es gibt ausländische Besucher, aber kein eigenes Programm für sie.
Allianzen: Gute Beziehungen zu einzelnen Gemeinden.
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Gottes Visitenkarte an den Ballonen.

Webseite: www.citychurch.ch

Datum: 10.09.2007

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