Debatte mit Atheisten

«Wir sind nicht einfach ein Produkt des Zufalls»

Letzte Fragen ergeben hitzige Debatten – und das ist gut so. Am Freitag diskutierten zwei Atheisten und zwei Christen in Waldshut am Hochrhein über die Existenz Gottes.

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Pointierte Gegensätze: Harald Binder, Gabriel Häsler, Moderator Dieter Bode, Thomas Junker und Christian Grauer in Waldshut (von links).
Eingeladen waren auf Seite der Atheisten Thomas Junker und Christian Grauer, seitens der Christen Harald Binder und Gabriel Häsler. Die breit angekündigte Debatte zog am , 14. September 2012 etwa 200 Menschen in die Stadthalle von Waldshut. Den Anstoss hatte der US-Amerikaner John Goldwater gegeben, ein Evangelist, der seit drei Jahren in der Stadt an der Schweizer Grenze lebt.

Reden über die Kluft

Bereits bei der Vorstellung wurde die Kluft deutlich. Christian Grauer bezeichnete sich als Anthroposophen: «Ich bin, mein Leben ist eine Produktion meiner Gedanken, und jeder ist sein eigener Gott. Wenn ich heute aus der Statthalle raus gehe, dann existiert sie nicht mehr, vielleicht noch kurz in meinen Gedanken, jedoch später ist sie weg.» 

Der Chemiker Harald Binder betonte, dass er eine persönliche Beziehung mit Gott habe, wogegen der Biowissenschaftler Thomas Junker darlegte, warum es keinen Gott geben sollte. Gabriel Häsler, Leiter des evangelistischen Netzwerk Schweiz, markierte den anderen Pol: «Ich kenne Gott und weiss mit Sicherheit, dass wir nicht einfach ein Produkt des Zufalls sind. Heute bin ich hier nicht als Experte sondern als Zeuge meines Gottes.»

Die grosse Wenn-Frage

Lange beschäftigten sich die Debattanten mit den Anfängen der Welt. Binder führte als Chemiker und gläubiger Christ aus, warum es unlogisch ist, nicht an einen Schöpfer zu glauben. Häsler wählte die andere Blickrichtung: «Reden wir doch nicht immer davon, wie alles begann. Ich frage Sie: Wohin gehen wir?»

Schliesslich wollte der Moderator Dieter Bode von allen vieren wissen, was passiere, wenn sie mit Ihrem Glauben falsch lägen. Christian Grauer, völlig locker: «Gar nichts». Dr. Thomas Junker: «Wenn es nun doch einen Gott gäbe, hoffe ich, dass er nicht so kindisch ist, ein bisschen Herz zeigt und mich in den Himmel lässt.». Harald Binder: «Wenn es doch keinen Gott gäbe, was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dann scheide ich vielleicht einfach so dahin.». Gabriel Häsler: «Das ist, als würden Sie mich fragen, was wäre, wenn meine Frau nicht existierte. Ich kenne Gott persönlich – die Frage ist für mich also irrelevant.»


Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet / Netzwerk Schweiz

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