Die Botschaft der Frauenkirche

Das Wunder von Dresden

«Wie schön, dass unser Haus wieder so gut besucht ist. So soll es sein und so wünschen wir es uns!»  Der Pfarrer, der in der Frauenkirche das Mittagsgebet leitet, scheint nicht nur zufrieden, sondern richtiggehend beglückt.

Zoom
Die Frauenkirche prägt das Stadtbild von Dresden.
Zwei Millionen Touristen aus der ganzen Welt besuchen jährlich die neu aufgebaute Kirche im Zentrum von Dresden, darunter waren kürzlich auch 75 aus der Schweiz. Zweimal täglich finden «Orgelandachten mit zentraler Kirchenführung» statt, auch kommt der Besucher in den Genuss von Kostproben der nach Silbermann-Tradition neu erstellten Orgel. Dabei verschmelzen Gottesdienst und Geschichte dieses evangelischen Doms miteinander.

«Für uns immer noch ein Wunder»

Rund 200 Jahre beherrschte die Frauenkirche mit ihrer steinernen Kuppel das Stadtbild Dresdens. Es sollte die protestantische Antwort auf den katholischen Prunk der Hofkirche August des Starken sein und lehnte sich in seiner Baukunst an den Petersdom in Rom an. Unter britischer Bombardierung am 13. und 14. Januar 1945 stand nach dem Feuersturm im Zentrum der Stadt der gigantische Kuppelbau zwar noch einen Tag, brach dann aber unter riesigem Getöse zusammen. Viele Altdresdner erinnern sich noch an dieses tösende unheimliche Geräusch.

Von der Frauenkirche blieben ein riesiger Schuttberg und zwei Stümpfe zurück, die in den Himmel ragten. Ein Mahnmal dessen, was sich Menschen antun können. Zum 45. Jahrestag der Zerstörung Dresdens ging am 13. Februar 1990 ein «Ruf aus Dresden» in alle Welt. Die Dresdner Bürger wollten ihre geistig-geistliche Mitte wiederhaben und baten um Hilfe. 2005 schliesslich konnte die neue Frauenkirche geweiht werden. Ein Symbol dafür, dass Krieg und Zerstörung nicht das letzte Wort haben müssen. 

Die Botschaft von Dresden

Zoom
Die Legendäre Orgel der Frauenkirche und der Organist.
Die Botschaft von Dresden lautet: Was zerstört wurde, kann wieder aufgebaut werden. «Wir freuen uns sehr, dass sie sich interessieren!» sagt der Pfarrer. Ihm ist die Freude abzuspüren, in diesem Prachtstück des Frühbarocks tätig zu sein und von seiner Wiedergeburt zu erzählen. Kunsthistorische Details werden liebevoll beschrieben. «In dieser Kirche gibt es keine Logenplätze, denn vor Gott sind alle Menschen gleich!» Der Altar ist nicht irgendein Altar: «2000 Einzelstücke wurden gesammelt und restauriert!»  An den Wiederaufbau der Frauenkirche haben Menschen fest geglaubt, haben im besten Sinne des Wortes Steinberge versetzt.

Hunderte von Konzerten, Vorträgen und Lesungen finden jetzt statt. Förderkreise haben einer geschundenen Stadt zu ihrer Mitte verholfen und das Vertrauen unter Nationen wieder heilen lassen. Die klaffende Wunde verheilt und ist so Symbol für viele zerstörte Orte.

Zum Thema:
Wie sich Glaubensgespräche «ganz nebenbei» ergeben

Datum: 10.07.2012
Autor: Dorothea Gebauer
Quelle: Livenet

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Tipps aus der Praxis
Es ist leichter, ein Ziel zu formulieren, als es zu erreichen. Coach Markus Döbeli gibt ein paar hilfreiche Tipps, wie Sie Ihre guten Vorsätze auch...
Wenn ein Projekt stockt
«Projekte in Kirchen und Nonprofit-Organisationen bleiben ab und zu in der Wildnis des Dschungels stecken.» Der Autor, selbst aktiver Coach, gibt...
Männliche Sexualität (Teil 3)
Nach einem Seitensprung gibt es Wege, wieder zueinanderzufinden Hier einige Tipps, die sich bewährt haben.
Veränderung ist gefragt
«Job – Karriere – Leben»: So lautet die Triade des modernen Menschen. Doch die wenigsten Menschen arbeiten heute ihr ganzes Leben in einem einzigen...

Anzeige

RATGEBER

Tipps aus der Praxis Wie Sie Ihre Ziele erreichen
Es ist leichter, ein Ziel zu formulieren, als es zu erreichen. Coach Markus Döbeli gibt ein paar...

Anzeige

VERANSTALTUNGEN

Voranmeldung bis Mittwoch 5. Juni
6.-9. Juni 2013 in Thun
Dann bist du hier genau richtig – xplore your passion!