Heute sterben viel weniger Babies und Kleinkinder als vor zwanzig Jahren. Die ärmsten Kinder und Kleinkinder tragen laut UNICEF weiterhin das höchste Risiko. Und zum Millenniumsziel ist es noch weit.
Schutz vor todbringender Krankheit: Ein Baby in Südasien wird geimpft.
Noch immer sterben jeden Tag weltweit rund 19‘000 Kinder unter fünf Jahren. Doch hat sich die Gesamtzahl der Todesfälle von über 12 Millionen (1990) auf 6,9 Millionen im Jahr 2011 fast halbiert. Dies ist erfreulich. Nach dem neusten UNICEF-Bericht zur Kindersterblichkeit sterben von 1'000 lebend geborenen Kindern 51 vor dem fünften Geburtstag. 1990 waren es 87. In der Schweiz sind es vier, im westafrikanischen Sierra Leone 185.
Die Killer…
Die Fortschritte im Kampf gegen das Sterben kleiner Kinder sind sehr ungleich verteilt – die ärmsten Kinder und Kleinkinder südlich der Sahara und in Südasien tragen das höchste Risiko. Die meisten Todesfälle sind auf fünf Ursachen zurückzuführen: Lungenentzündung (18 Prozent), Komplikationen wegen Frühgeburt oder bei der Geburt (14 und 9 Prozent), Durchfallerkrankungen und Malaria (11 und 7 Prozent). Jeder dritte Todesfall bei Kindern hängt mit chronischer und akuter Unterernährung zusammen.
…sind zu besiegen
Zu den Fortschritten beigetragen hat die Abwehr ansteckender Krankheiten. Die Masern und Durchfall fordern nicht mehr so viele Opfer, infolge von Impfkampagnen und verbesserter Hygiene- und Trinkwasserversorgung. UNICEF ruft Regierungen auf, die Grundversorgung für die am stärksten benachteiligten Familien gezielt zu verbessern. Weltweit beschafft die UN-Kinderorganisation laut eigenen Angaben rund 50 Prozent aller Impfstoffe. Mit einfachen und kostengünstigen Massnahmen wie imprägnierten Moskitonetzen gegen Malaria oder durch die Ausbildung von Hebammen können die Überlebenschancen von Kindern deutlich verbessert werden.
Ausgewogene Ernährung
Dorcas und ihre Mutter. World Vision hat ihrer Hütte in Kenya sauberes Wasser näher gebracht.
Neben staatlich finanzierten Organisationen mühen sich zahllose Hilfswerke ab, damit die Kleinsten überleben und die Welt dem Millenniumsziel 4 näher kommt. World Vision hat durch sein Engagement in 98 Ländern mit über 3'500 Entwicklungsprojekten viel zu diesem erfreulichen Resultat beigetragen. Laut dem Schweizer Pressesprecher Roland Stangl konnte die Kindersterblichkeitsrate in mehreren der ärmsten Länder (Bangladesch, Kambodscha, Nepal, Niger) über 60 Prozent reduziert werden. World Vision fokussiert auf Mutter und Kind: «Ausgewogene und gesunde Ernährung, Wasser und Hygiene sowie die Prävention von Infektionskrankheiten wie Malaria, HIV oder Tuberkulose stehen bei uns im Zentrum.»
Die meisten Krankheiten, an denen Kinder sterben, sind vermeidbar. Darum hat World Vision gemäss Roland Stangl mit einer Partnerorganisation 2010 eine Gesundheitskampagne lanciert. Jährlich sollen rund 300 Millionen Dollar in verschiedene Massnahmen zur Kindergesundheit eingesetzt werden. Die Anstrengungen zum Wohl der Kinder werden auf Mutterschaft, Neugeborene und Überlebenschancen der Kleinkinder ausgerichtet.
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