Regierungswahlen

Quo vadis, Britannia?

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David Cameron
Die britischen Wahlen haben am Freitag keinen Sieger erbracht, der eine Regierung allein bilden kann. Die Konservativen verfehlten die absolute Mehrheit der 650 Unterhaussitze, obwohl - oder weil - sich führende Vertreter sehr weit aus dem Fenster lehnten.

Dabei wurde auch um die Stimmen der Homosexuellen gebuhlt. Drei Tage vor der Wahl kündigte Theresa May, bei den Tories für Frauenfragen zuständig, an, im Fall der Machtübernahme würde auf einen «fairer deal» für die Schwulen und Lesben in Grossbritannien hinwirken. Die Regierung werde eine Gesetzesänderung erwägen, wodurch homosexuelle Partnerschaften als Ehen bezeichnet werden könnten, hiess es. Mit dieser Absichtserklärung gingen die Tories weiter als die beiden anderen grossen Parteien.

Warnung vor Cameron

In der Daily Mail vom 2. Mai hatte der rechtsstehende Kommentator Peter Hitchens vor einem Sieg der Tories gewarnt und dabei schweres Geschütz aufgefahren. Sollten sie auf der Linie von David Cameron gewinnen, wäre «jede echte Hoffnung auf eine Wende zum Besseren» verloren.

Unter Cameron werde die Partei das Gegenteil von dem realisieren, was konservative Wähler von ihr erwarteten, schrieb Hitchens und bezeichnete die Wahlversprechen der führenden Konservativen als zynischen Betrug.

Ehe und Partnerschaften fördern

Cameron seien die Zerstörung der Ehe und traditionellen Familie und der Zerfall der Autorität von Erwachsenen egal, unterstellte Hitchens. Er habe einen Kandidaten fürs Unterhaus wegen seiner «falschen Meinungen» zu Homosexualität abgesägt.

Das Wahlmanifest der Konservativen führt unter dem Titel Familie unter anderen Zielen an, «die Ehe und anerkannte Partnerschaften steuerrechtlich anzuerkennen, gemäss den Regelungen anderer grosser Länder Europas, und jährlich vier Millionen Paare um 150 £ zu entlasten».

Laut einer Umfrage von PinkNews.com war die Unterstützung für die Tories bei Schwulen und Lesben von 39 Prozent im letzten Juni auf aktuell 9 Prozent gesunken. Labour wird von 21 Prozent unterstützt, die Liberaldemokraten - nun die Königsmacher - von 58 Prozent.

Zum Thema:
Peter Hitchens warnt vor Cameron
Das Wahlmanifest der Konservativen zur Familienpolitik

Datum: 10.05.2010

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