Die Bundesrepublik hat die Wehrpflicht ausgesetzt; an die Stelle des Zivildienstes ist im Juli der Bundesfreiwilligendienst getreten. Die Heime und karitativen Institutionen, die auf Zivis zählen, hoffen nun auf «Bufdis».
Frank und Mike sind auf dem Bahnhof unterwegs, helfen
Menschen mit Behinderungen und sind die gute Seele des Verkehrsknotenpunktes.
Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) verfolgt laut der Website des Familienministeriums zwei Ziele: «Er soll Frauen wie Männern, Jungen wie Alten einen bereichernden Freiwilligendienst ermöglichen und gleichzeitig möglichst vielen Menschen, die Unterstützung brauchen, durch freiwilliges Engagement helfen. Dabei soll es bewusst möglichst wenig staatliche Vorgaben geben, um passgenaue und individuelle Lösungen vor Ort zu ermöglichen.»
Worauf es auch ankommt
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich im BFD engagieren, werden nach Angaben des Ministeriums weiterhin das volle Kindergeld erhalten. «Das ist ganz klarer Konsens in der Bundesregierung und im Bundestag», sagte der zuständige Bundesbeauftragte Jens Kreuter, am 27. Juli. «So wird es gesetzlich verankert werden. Keinem Freiwilligen entsteht ein Nachteil.» Allerdings werde ein Teil des Geldes erst rückwirkend gezahlt, voraussichtlich im Herbst.
Wohlfahrtsverbände hatten bemängelt, es sei noch unklar, ob Freiwillige Kindergeld erhielten, da der Bundestag darüber erst nach der Sommerpause entscheiden werde. Das halte viele von einer Bewerbung ab. Kreuter betonte demgegenüber: «Das Kindergeld geht nicht verloren, es gibt keinen Grund zur Verunsicherung.» Bis die gesetzliche Regelung in Kraft trete, hätten die Einsatzstellen auch die Möglichkeit, das Kindergeld aus Fördermitteln des Bundes vorzustrecken.
«Grundlegender Systemwechsel»
Der Bundesbeauftragte rief die Verbände und Einsatzstellen nachdrücklich dazu auf, gemeinsam für den neuen Dienst zu werben, der im Juli nach der Aussetzung der Wehrpflicht an die Stelle des Zivildienstes trat. «Wenn hier alle an einem Strang ziehen, wird der Bundesfreiwilligendienst eine Erfolgsgeschichte werden, da bin ich ganz sicher.» Die Bundesregierung habe in sehr kurzer Zeit einen grundlegenden Systemwechsel organisieren müssen.
Mehr Bundesmittel als je zuvor
Die Bundesregierung stelle mit insgesamt 350 Millionen Euro so viel Geld wie noch nie für freiwilliges Engagement bereit, sagte Reuter. Neben dem BFD komme dieses Geld auch dem Freiwilligen Sozialen Jahr und dem Ökologischen Jahr zugute. Diese beiden Angebote werden nicht direkt vom Bund sondern über die Länder verwaltet. Jetzt müsse der neue Dienst genauso bekannt werden wie die anderen Angebote, die bereits auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken könnten.
Alle können Bufdis werden, auch Senioren
Der BFD startete Anfang Juli mit rund 17‘300 Freiwilligen. Unter ihnen waren etwa 14‘300 junge Männer, die ihren Zivildienst freiwillig verlängert haben. Rund 3‘000 Verträge wurden neu geschlossen. Ab 2012 rechnet die Bundesregierung mit rund jährlich 35‘000 Teilnehmern. Laut der BFD-Website «können alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Pflichtschulzeit absolviert haben, Bundesfreiwilligendienst machen: Junge Menschen nach der Schule, Menschen in mittleren Jahren und Seniorinnen und Senioren. Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses spielen dabei keine Rolle.» Webseite zum Thema
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