"Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich beraten, mein Auge auf dich (richtend)." Psalm 32,8

Der Herr ist es, dessen Stimme wir in diesen Worten vernehmen. Und was der Herr hier David zusagt, war gerade das, was er nötig hatte. Er, der unser Heiland ist, will auch unser Lehrer sein. Er lässt sich herab, selbst seine Kinder zu unterweisen, wie sie in den Wegen der Gerechtigkeit wandeln können; sein heiliges Wort und die Mahnungen seines Geistes sind die Führer der Gläubigen in ihrem täglichen Wandel.



Die göttliche Erziehung ist eine Segnung, die uns aufgrund unserer Kindesstellung zugesichert ist. Unterweisung durch Erfahrung ist die beste Lehrmethode. Das sind glückliche Menschen, die, obwohl sie nie zu den Füssen Gamaliels gesessen haben und von Aristoteles nichts wissen und auch in der scholastischen Moral ganz unbewandert sind, doch gelernt haben, dem Lamme zu folgen, wohin irgend es geht.



Der Herr möchte uns mit seinen Augen leiten. Wie einem treuen Diener ein Blick oder Wink seines Herrn genügt, so sollten wir den leisesten Andeutungen unseres Meisters folgen und keine Donnerschläge brauchen, die uns aus unserer Trägheit aufrütteln müssen. Ein freundlicher Blick und ein leises Flüstern des Herrn sollten uns genügen.



Leider ähneln wir sehr oft den Tieren, denen man Zaum und Zügel ins Maul legen muss. Ist es nicht traurig, dass wir oft erst sehr gezüchtigt werden müssen, bevor wir gehorsam sind? Wir sollten uns wie eine Feder im Wind von dem Hauch des Heiligen Geistes willig hin und her bewegen lassen. Aber ach, die Zügel, mit denen Gott oft unsere Kraft binden und uns zu schwachen, ohnmächtigen Geschöpfen machen muss, sind ein Zeugnis dafür, wie störrisch und zügellos unser Wille ist. Wir würden nicht wie Maultiere behandelt werden, wenn nicht soviel Eselsart an uns festzustellen wäre! Wollen wir durchaus widerspenstig sein, so müssen wir uns darauf gefasst machen, dass Gott die Zügel straff anzieht und uns kürzer hält, als uns lieb ist.

Datum: 23.07.2005
Autor: Charles H. Spurgeon
Quelle: Auf dein Wort

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