Vergeblich abgemüht?

Wenn der Ertrag des Lebens ausbleibt

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Die Frage nach dem Ertrag im Leben ist wesentlich für die Zielorientierung und für die Motivation in unseren alltäglichen Aufgaben. Wenn wir nicht überzeugt sind, dass am Ende unserer Anstrengungen auch ein guter Ertrag zu erwarten ist, dann sinkt unsere Bereitschaft zum Einsatz erheblich. Dann fragen wir uns: «Warum mache ich das eigentlich alles; das bringt doch nichts!»
 
Genau aus dem Grund brechen manche junge Menschen ihr Studium oder ihre Lehre ab. Aber auch Beziehungen und Karrieren werden deshalb geopfert. Menschen kommen in Sinnkrisen, wenn sie merken: Es gibt in meinem Leben, in meiner Beziehung, in meinem Beruf kein wirklicher Ertrag. Alles wird so leer.

Wenn ich das hier so erwähne, dann denke ich unwillkürlich an die Geschichten in der Bibel, wo die Fischer leere Netze heimbrachten. Das Bild vom leeren Lebensnetz steht für Enttäuschung, Resignation und Armut: Ich habe nichts und ich fange nichts. Interessant ist, dass in diesen Texten, wie in allen anderen Erzählungen des Neuen Testamentes, wo Jesus bedürftigen Menschen begegnet, immer eine überraschende Wende einkehrt, wenn Menschen Christus diese Lebenssituation eines persönlichen Lebensbedürfnisses anvertrauen.

Er sagt nicht nur, das Brot und Wasser des Lebens zu sein. Er tritt gleichzeitig den Beweis an, dass er das wirklich ist.

Doch er füllt die Lebensnetze auf seine Weise. Es geht nicht nach dem Fachwissen der Fischer oder nach dem landläufigen Rezept zu einem erfolgreichen Leben mit vollen Netzen. Er hat seinen eigenen Weg und es braucht als Betroffener Mut, diesen Weg zu gehen und seinen Anweisungen zu befolgen. Man lässt sich ja nicht gerne dreinreden, wenn man meint, dass man sich in einer Materie gut auskennt.

Wir alle meinen, dass wir etwas vom Ertrag im Leben verstehen und wir tun uns schwer, wenn jemand uns einen anderen Weg weist. Doch Christus tut das. Obwohl er manchmal nicht einmal gefragt wurde, sagte er einfach, was der Fischer zu machen hatte. Das provozierte und ist bis heute nicht anders. Es provoziert, wenn Christus sagt, wie unsere Lebensnetze voll werden, denn sein Weg widerstrebt uns oft. Vielleicht hilft uns in dieser Lage eine ehrliche Analyse unserer Lebenssituation.

Dass wir einmal unsere Netze kontrollieren und bei genauer Prüfung vielleicht feststellen, dass am Ende nichts zurückbleiben wird, wenn nicht ein Wunder passiert. Das Netz wird leer sein, wenn wir vor Gott stehen. Alles, womit wir es füllten, musste irgendwann abgegeben werden und wird einst abgegeben werden müssen. Es mag vieles im Netz sein, aber nichts, was einen Lebensertrag bringen wird. Wir haben uns abgemüht und doch nichts gefangen.

Das ist deprimierend, aber oft muss der Mensch erst an diesen Lebenspunkt kommen, um für die Worte Christi offen zu werden. Wenn wir dann auf seine Weisung hin aufs Lebensmeer hinaus fahren und nach seiner Anweisung unser Netz auswerfen, wird es gefüllt mit Segen, mit Dankbarkeit, mit wertvollen Beziehungen und mit dem Frieden Gottes.

Wer Christus nachfolgt im Alltag, der geht einen Weg, der nicht immer von allen verstanden wird, der manchmal gar belächelt wird, aber der am Ende ein volles Netz beschert. Ich wünsche Ihnen heute den Mut zu tun, was Jesus in seinem Wort sagt und zu glauben, dass daraus ein reicher Lebensgewinn erfolgt.

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Autor: Dick Leuvenink
Quelle: FEG Basel

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