Tot – warum?

Nicht geplantes Ende

Es ist schon einige Jahre her. Da trifft den Jugendkreis der Schlag. Einer ihrer fröhlichsten Freunde liegt todkrank im Bett. Die Diagnose der Ärzte ist hoffnungslos: Leukämie. Die Eltern haben ihren Jungen nach Hause geholt, damit er dort sterben kann. Unglaublich! Eben konnte er noch Bäume ausreissen. Jetzt liegt er bleich in den Kissen, achtzehn Jahre alt. Die Matura zum Greifen nahe. Medizin will er studieren, um dann als Missionsarzt in die Dritte Welt zu gehen. Alles ist schon geplant. Und jetzt das! Wie konnte Gott das nur zulassen; das ist die Frage, die alle bewegt.

Ich habe nun den Grund gefunden

Dieser Junge wird zum Zeugnis für seine Eltern, für seine Mitschüler und Freunde. An seinem Gesicht kann man ablesen, was das heisst: "Ich habe Zukunft". Auch wenn der Arzt ihm nur offen sagen kann, dass seine Tage gezählt sind. Er weiss: Jesus Christus lässt ihn in Ewigkeit nicht fallen. Auf seine Liebe kann man zählen. Bei ihm kann man vor Anker gehen, wenn alles Menschen-Machbare keinen Bestand mehr hat. So wünscht er sich den Choral, der seit der Konfirmation zu seinen Lieblingsliedern gehört: "Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält, wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht."

Hoffnung in die Zukunft

Es ist unvorstellbar. Da geht ein achtzehnjähriger bei vollem Bewusstsein in den Tod und hält sich an Gott, der ihn auch im tiefsten Leid nicht allein lässt. Da stirbt einer, der das Leben noch lange nicht satt hat. Der noch gerne gelebt hätte. Und dennoch stirbt er lebenssatt, wie nur einer sterben kann, der sich des ewigen Lebens gewiss ist. Er liegt in den Kissen, hoffnungslos krank und vom Tode gezeichnet. Dankbar blickt er zurück, und voll Hoffnung in die Zukunft. Er lebt von einer Gewissheit, die nur Gott schenken kann, der gute Vater im Himmel. Für ihn wird nun das konkret, was Johannes in seiner Offenbarung geschaut hat: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen. Alles ist neu geworden."

Noch eine kurze Zeit...

Abends schaut die Mutter noch einmal nach ihrem Jungen. Sie weiss, das es nur noch wenige Tage sind. Am nächsten Morgen betritt sie das Zimmer, öffnet die Vorhänge und sieht: Ihr Junge ist tot, in der Nacht gestorben. In seinen Händen findet sie einen Zettel. Mit Bleistift hat er ein paar Worte daraufgekritzelt. Fast unleserlich, aber herzbewegend. Es sind die Worte von Sören Kierkegaard: "Noch eine kurze Zeit, dann ist's gewonnen, dann ist der ganze Streit in nichts zerronnen, dann will ich laben mich an Lebensbächen und ewig, ewiglich mit Jesus sprechen". So geht ein achtzehnjähriger in den Tod. Das ist keine Sentimentalität oder Flucht ins Jenseits. Das ist die tiefe Gewissheit eines jungen Mannes der weiss: Ich habe Zukunft. Mein Lebensschiff kommt sicher im Hafen an. Wenn man mit dieser Hoffnung selig sterben kann, dann kann man damit auch glücklich leben. Kennen Sie diese Zukunftshoffnung auch? Jesus will Sie damit beschenken.

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Datum: 03.09.2005
Autor: Dick Leuvenink
Quelle: FEG Basel

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