Die Wurzel des Bösen

"Wir haben ihn": Mit diesen Worten grüsste der amerikanische Armeesprecher im Irak die Pressevertreter. Gemeint war natürlich Saddam Hussein. Einer der meist gesuchten Verbrecher auf dieser Welt, auf dessen Ergreifung ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt war. Nun wurde der brutalste Herrscher der letzten Jahre in einem Video der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Auf dem Bildschirm erschien ein müde wirkender, verwahrloster Mann mit zersausten Haaren und einem langen zotteligen Bart. Buchstäblich vom hohen Ross herunter gekommen auf die tiefste Erde. Vom Thron unter dem Teppich sozusagen. An dem Rednerpult lauter zufriedene, fast schon triumphale Gesichter. Erleichterung wurde spürbar. Wir haben einen Hauptinspirator des Terrorismus gefasst!

Trotzdem geht der Terror bis heute unvermindert weiter. Die Wurzel des Bösen liegt eben viel tiefer. Das Feuer des Bösen steckt nicht nur in einem bösen Führer oder in einem falschen System. Es steckt tief im Herzen von jedem Menschen. Dieses böse Feuer kann durch Erziehung einigermassen gelenkt und bewacht werden, dass es mich selbst nicht ganz in Flammen setzt. Aber das Feuer des Bösen ist damit noch nicht besiegt. Genau hier liegt das Problem in unserer Welt. Es liegt nicht lokal - zum Beispiel im Nahen Osten. Es liegt nicht personal, zum Beispiel in einem bösen Führer. Es liegt nicht strukturell, zum Beispiel in einem Gesellschaftssystem. Es geht eben wie ein Krebsgeschwür durch alle Regionen, Gesellschaftsformen und Menschen hindurch. Die Bibel - Gottes Wort - nennt dieses unzähmbare Feuer des Bösen "Sünde".

Wer die Welt heilen will, der muss an dieser Wurzel beginnen. Genau hier beginnt in allen politischen, erzieherischen und religiösen Programmen unser Unvermögen. Immer wieder verfallen wir den Trugschluss, zu meinen, wir Menschen hätten es selbst in der Hand, die Welt zu heilen und zu bessern. Das ist der Hochmut und der Stolz des Menschen, dass er sich selbst, seine Nation, seine Religion, seine Ideologie oder was auch immer zu einem Gott macht, den er der Welt aufzwingen will. Daran sind die Menschen nun seit 6000 Jahren gescheitert und daran scheitern wir weiterhin. Besonders die Führer, die den Himmel auf Erden versprachen, haben bekanntlich immer die Hölle zurückgelassen.

Gott kennt diese Not von uns Menschen, die Überforderung, diese Versklavung an die Sünde. Das wir nämlich das tun, was wir nicht wollen, und das wir das, was wir nicht wollen, dennoch tun. Hier muss Hilfe von Aussen kommen. Übermenschlich - himmlisch. Hier setzt Gott an und sagt es durch die Engel an Weihnachten: Euch ist heute ein Retter geboren - Jesus Christus, der Erlöser der Sünden! In ihm hat uns Gott den Befreier von dem menschlich unzähmbaren Feuer des Bösen geschenkt. In Jesus Christus können Kriegstreiber zu Friedensboten werden. Fluchende werden durch den lebendigen Glauben zu segnenden Menschen und Verbrecher werden durch Gottes Geist zu Missionaren der guten Botschaft von Gottes Liebe. Jesus Christus verändert Menschen, verändert Ehen und verändert die Welt. Geben wir ihm Raum im Stalle unseres Herzens, dann hat das Feuer des Bösen seine zerstörende Macht verloren und wir sind frei.
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Datum: 06.12.2006
Autor: Dick Leuvenink
Quelle: FEG Basel

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