Die höfliche Gesellschaft: »Religion darf nicht persönlich werden«

Und diese Reden schienen ihnen wie Geschwätz, und sie glaubten es nicht (Lukas 24,11).

Ich möchte daran erinnern, dass es für den natürlichen Menschen charakteristisch ist, sich mit unwichtigen Nebensächlichkeiten dermassen zu befassen, dass er es fertig bringt, die allerwichtigsten Angelegenheiten, die über Leben und ewiges Sein entscheiden, zu übergehen.

Männer und Frauen können überall und jederzeit zusammenkommen, um über alles Mögliche zu sprechen; da geht es von der neuesten Mode bis zu Plato und der Philosophie - je nach Geschmack und Bildung! Sie sprechen über die Notwendigkeit des Friedens. Sie mögen auch über die Kirche reden und wie man aus ihr ein Bollwerk gegen den Kommunismus macht. Keins dieser Themen erregt Ärgernis.

Aber die Unterhaltung hört sofort auf und man schweigt, als sei ein Tabuthema angesprochen, sobald jemand vorzuschlagen wagt, über geistliche Dinge zu sprechen und zu diskutieren, weil diese für unsere Seelen von allerhöchster Bedeutung seien. Es scheint, als gebe es in der höflichen Gesellschaft ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem religiöse Themen nur im Rahmen theoretischer Erörterung besprochen werden dürfen - "Werde nie persönlich!" Und doch gibt es nur eine Sache, die beredet werden müsste, die wirklich von vitaler und fortdauernder Bedeutung ist - diese Tatsache: Unser Herr Jesus Christus "war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden."

Datum: 16.05.2006
Autor: A. W. Tozer
Quelle: Verändert in Sein Bild

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