«Der Körper zeigt, wie es in der Seele aussieht»

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Zwischen körperlichem und seelischem Wohlbefinden gibt es ein intensives Wechselspiel.
Die Psychosomatik zeigt das Ineinander von Körper und Seele auf. Dr. René Hefti, Chefarzt Psychosomatik an der Klinik SGM in Langenthal, sieht den Glauben auch als Stresspuffer.

Jesus.ch: Welche Zusammenhänge zwischen körperlichem und seelischem Wohlbefinden sollten wir vermehrt beachten?
Dr. René Hefti:
Zwischen körperlichem und seelischem Wohlbefinden gibt es ein intensives Wechselspiel. Wenn ich an einer banalen Erkältung mit Grippesymptomen leide, so beeinträchtigt das auch mein seelisches Wohlbefinden. Ich fühle mich lustlos, kraftlos und habe Mühe, mich noch an etwas zu freuen.

Auch das Umgekehrte ist der Fall. Wenn ich zum Beispiel eine schwere Enttäuschung erlebe, so kann mir das im Herzen weh tun, was sich in Form eines echten Herzschmerzes ausdrücken kann. Der Körper ist also in diesem Sinne ein Ausdrucksorgan der Seele.

Kann der Glaube an Jesus dazu beitragen, dass ich an Leib und Seele gesund bin?
Der Glaube ist im positiven Sinn eine tragende Kraft, die mir in der Bewältigung von Krankheiten, von einscheidenden Lebensereignissen und schwierigen Umständen helfen kann. Wenn ich glaube, kann ich  belastende Lebenssituationen bewusst Gott abgeben. In diesem Sinne ist der Glaube auch ein Stresspuffer.

In einer eigenen Untersuchung konnten wir zeigen, dass gläubige Menschen weniger Stresshormone im Blut haben und weniger stark mit Blutdruckanstieg reagieren. Sie neigen also weniger dazu,  Bluthochdruck zu entwickeln.

 Aktiviert der Glaube heilende Kräfte? 
Glaube und Hoffnung sind eng miteinander verbunden. Eine hoffnungsvolle und optimistische Lebenseinstellung fördert körperliche Heilungsprozesse und aktiviert in diesem Sinne die Selbstheilungskräfte. So erholen sich gläubige Menschen zum Beispiel schneller von Operationen.

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«Gesunde Beziehungen sind wichtig»: Dr. René Hefti.
Kann es dazu kommen, dass Glaube krank macht?
Ja, Glaube kann auch belastend oder krankmachend sein. Das gilt insbesondere für sehr einengende, leistungsorientierte oder strafende Gottesbilder. Solche Glaubensformen können Depressionen fördern, Schmerzzustände verstärken oder Heilungsprozesse behindern.

Die Bibel spricht vom Geist des Menschen. Was macht geistliche Gesundheit aus?
Der Geist ist jener Teil des Menschen, der mit Gott in einer direkten Verbindung kommt, wenn ein Mensch sich durch Jesus Christus erneuern lässt. Geistliche Gesundheit ist also ein Ergebnis dieser Erneuerung und kann auch durch Gottes Wort, die Bibel, vermittelt werden. In Psalm 107  heisst es: «Gott sandte sein Wort und machte sie gesund.» Gottes Wort ist also ein Heilmittel, das Geist und Seele aufbaut und den Körper stärkt.

Welche Gesundheits-Tipps geben Sie als Arzt und Christ?
Die klassischen Gesundheits-Tipps heute sind Bewegung, Ernährung und vielleicht Stress-Management. Doch für die längerfristige Gesundheit sind meines Erachtens gesunde Beziehungen viel wichtiger. Aus ganzheitlicher Perspektive meint dies die Beziehung zu sich selber, zu nahestehenden Menschen und nicht zuletzt die tragende Beziehung zu Gott.


Quelle: Jesus.ch

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