«Essen, Musik, Bücher und gesellige Runden mit Freunden sind für mich belastend», schreibt Stefan (36). «Und weil mir alles zuviel ist, schotte ich mich immer mehr ab, lasse mich vom Fernseher berieseln und erhoffe mir vom Wein die nötige Bettschwere. Mein Alltag ist völlig abgestumpft und das Leben macht mir fast keinen Spass mehr. Wie komme ich da heraus?»
Stefan ist kein Einzelfall. Täglich werden unsere Augen und Ohren mit Informationen bombardiert, die am Ende Benommenheit erzeugen. Die Lust am Leben sinkt und wir verlieren das Gespür für sinnliche Genüsse. Wir nehmen uns immer weniger Zeit, zur Ruhe zu kommen und einen schönen Sonnenuntergang, ein wärmendes Bad oder anrührende Musik zu geniessen. Doch die meisten Freuden, die unser Leben lebenswert machen, wurzeln in unseren fünf Sinnen: in dem, was wir riechen, schmecken, berühren, sehen und hören.
Sinne entwickeln
Beachten und entwickeln Sie Ihre Sinne! Dann wird auch Ihre Genussfähigkeit wachsen. Jesus nahm sich dafür immer ausreichend Zeit: In der Stille im Gebet und auch im Feiern mit anderen. Zu Recht! Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass sich bestimmte Gehirnzellen erweitern, wenn bei unseren Aktivitäten die Sinne angesprochen werden.
Nehmen Sie die Schönheiten der Natur bewusst auf! Allein den Himmel, die Berge, Bäume, Blumen und Seen zu betrachten, bringt Farbe in jeden noch so grauen Alltag.
Sehen, hören, riechen, …
Schärfen Sie möglichst viele Sinne! Hören und Sehen sind stark beanspruchte Sinne. Suchen Sie angenehme Bilder und Klänge zum Geniessen. Melodien und Farben, die wir mögen, wirken bei nervlicher Anspannung wohltuend. Bereichern Sie Ihr Heim mit angenehmen Düften. Nehmen Sie die Menschen, die sie lieben, in den Arm. Gönnen Sie sich ein langes, warmes Bad. Tasten Sie sich durch einen Wald. Massieren Sie jemandem den Rücken oder lassen Sie sich selbst damit verwöhnen.
Mit Gott reden
Versuchen Sie es auch mal mit einem Gebet, einem Gespräch mit Gott. Verleihen Sie dabei Ihren Gefühlen Ausdruck: Stehen Sie beim Danken, knien Sie im Bitten, springen Sie vor Freude – je nachdem wie Sie es als passend empfinden. Das alles belebt Ihre Beziehung zu Gott.