Wunder in Chile

Wie Gott uns in der Bergmine begegnete

Es war das Ereignis 2010: Das Wunder der Bergmine in Chile. Am 5. August waren zwei Schächte einer Gold und Kupfermine einstürzt und hatten 33 Bergleute verschüttet. 17 Tagen lang suchte man nach ihnen, dann die Überraschung: Eine Bohrung trifft den Raum in dem die Männer ausharren, alle sind am Leben!

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José Henriquez (links): « Der lebendige, unsichtbare Gott war mitten unter uns!»
 
Es waren Tage voller Angst, aber auch voller Hoffnung und der Gewissheit, dass Gott die verschütteten Kumpels nicht vergessen hatte. Die unerwartete Rettung war ein Wunder und zeigt, dass Glaube auch heute noch Berge versetzen kann. Der unten stehende Text ist ein Mitschnitt eines Gottesdienstes in der Holy Trinity Brompton Church in London, wo José Henriquez als einer der Kumpels über die bewegenden 69 Tage in 700 Metern Tiefe erzählte.

Das Schicksal schlägt zu

«Normalerweise waren wir immer spätestens um 14 Uhr oben beim Mittagessen. Aber ausgerechnet an diesem Tag waren wir spät dran. Wir waren gerade dabei unsere Sachen zu packen um nach oben zu fahren, da hörten wir eine riesige Explosion. Der Fels zerbarst, Rauch erfüllte den Raum in dem wir uns befanden. Es war ein Schock. Wir hörten die ganze Mine krachen und wussten nicht, ob jetzt alles über uns zusammenbrechen und uns verschütten würde. Der Lärm war ohrenbetäubend, es war das absolute Chaos. Und wir in 700 Metern Tiefe.

Als das Krachen nachliess, suchten wir verzweifelt einen Weg nach draussen. Wir hatten nur ein wenig Licht, das immer schwächer wurde, bald sahen wir gar nichts mehr. Wir tasteten, suchten und probierten, bis wir die schreckliche Gewissheit hatten: Wir waren gefangen. Lebendig begraben. Vermutlich würden wir in nicht allzu langer Zeit verhungern.

Überlebensstrategie

In den ersten Stunden wurde uns bewusst, dass wir realistisch gesehen keine Zukunft mehr hatten – ausser es würde ein Wunder geschehen. Also setzten wir uns zusammen und beratschlagten, was wir tun könnten. Jede Entscheidung sollte demokratisch gefällt werden. 50 Prozent plus eine Stimme galt.

Wir hatten 38 Liter Trinkwasser mit uns und Essen für drei Tage: Dosen mit Thunfisch und Lachs, ein paar Kekse und Milch. Das Wasser war schnell aufgebraucht, das Essen teilten wir ein, so gut es ging. Am Anfang fasteten wir 24 Stunden zwischen den Mahlzeiten. Dann 48 und schliesslich 72 Stunden. An den Wänden floss Industriewasser hinunter, das wir eigentlich zum Arbeiten benutzten. Es war voller Chemikalien, aber wir tranken viel davon um den Hunger nicht zu spüren. Viele von uns wurden davon sehr krank.

Hoffnung im Dunkel

Unsere Stimmung schwankte zwischen der Hoffnung bald gefunden zu werden und der Angst wie es sich anfühlen würde zu sterben. Von Tag zu Tag sank unser Mut. Mir wurde klar: Die einzige Hoffnung in unserer Situation ist Gott, selbst wenn wir sterben.

Meine Kumpel baten mich: «José, bete für uns. Du weisst doch, wie das geht.» Und so versammelten wir uns zwei Mal täglich zum Beten, um 6 Uhr morgens und um 12 Uhr mittags. Ich betete und lehrte die anderen, wie man betet. Dass man seine Sorgen und alles, was einen belastet, an Gott abgeben kann. Dass man keine Formeln sprechen muss, sondern Gott einfach sein Herz ausschütten kann. So fingen viele der Männer an, zum ersten Mal in ihrem Leben ein Gebet zu formulieren.

Während wir beteten, anfangs noch zaghaft und dann immer in brünstiger, begann sich die Atmosphäre da unten zu verändern. Der lebendige, unsichtbare Gott war mitten unter uns. Er braucht keine Tür, keinen Schacht und keinen Lift, um uns nahe zu sein. Er war da und er hörte unser Gebet. Er gab uns Mut und Kraft durchzuhalten. Er begegnete vielen von uns sehr intensiv.

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Emotionale Momente bei der Begrüssung der befreiten Familienangehörigen.

Bohrer: Wissenschaftler rätseln

Irgendwann hörten wir einen Bohrer. Hoffnung keimte in uns auf, sie suchten nach uns! Doch schnell erkannten wir, dass sie an der falschen Stelle bohrten. Eine Welle der Entmutigung und Depression ging durch den Raum. Wie lange würde man nach uns suchen, bis man aufgab und uns für tot erklärte?

Doch dann hörten wir einen zweiten Bohrer. Wir flehten Gott um Hilfe an und ermutigten uns zum Gebet: «Gebt nicht auf, der zweite Bohrer kommt!» Und er traf genau in unsere Kammer! Man hatte uns gefunden! Unsere Freude war unbeschreiblich. Wir schrien und jubelten, sprangen und tanzten durcheinander. Wir trommelten an dem Bohrer herum, wir bemalten ihn, umarmten ihn. Und wir hefteten die Nachricht daran, die um die Welt ging: «Wir sind alle am Leben. Es geht uns gut.»

Wissenschaftler und Geologen rätseln noch heute über den Weg des Bohrers, der nicht gerade nach unten bohrte, sondern nach ein paar hundert Metern eine Biegung in Richtung unserer Kammer machte. Wir wissen: Es war die Antwort auf unsere Gebete.

52 weitere Tage des Ausharrens

Danach entspannte sich unsere Situation. Wir bekamen Licht, Nahrung, Kleidung, Zeitungen und sogar I-Pods. Ausserdem hatten wir um kleine Bibeln gebeten. Jetzt weiteten sich unsere Gebetszeiten aus und wir fingen an, gemeinsam im Wort Gottes zu lesen. Es war eine besondere Zeit, Gott sprach zu uns, berührte unser Herz und veränderte uns.

Natürlich hatten wir immer wieder auch Streit und Meinungsverschiedenheiten. Aber dann lasen wir in der Bibel, dass Jesus heilt, vergibt und segnet. Und dass er Versöhnung schenkt. Und so fingen wir auch an, uns untereinander zu vergeben.

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Gebet nach Befreiung aus der Mine: «22 von uns hatten zu einem innigen Leben mit Jesus gefunden».

Neues Leben nach der Befreiung

Den 13. Oktober werde ich nie vergessen. Meine Fahrt in der Kapsel nach oben waren wohl die längsten neun Minuten meines Lebens - und die herrlichsten. Wir hatten überlebt. Und mehr noch, 22 von uns hatten zu einem innigen Leben mit Jesus gefunden, das erfüllte mich mit tiefer Dankbarkeit und Freude. Und auch ich hatte mich verändert. Mehr als je zuvor weiss ich, wie sehr mein Leben in Gottes Hand liegt. Er ist der mächtige Gott. Er ist Anfang und Ende. Er ist meine Rettung. Und es gibt kein besseres Leben als mit ihm.»

Zum Thema:
Das grösste Wunder Gottes
Den Gott kennen lernen, der die chilenischen Kumpels befreite


Datum: 21.02.2011
Quelle: Gottesdienstes-Mitschnitt, Holy Trinity Brompton Church

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