SEA: Imame nicht an Schweizer Hochschulen ausbilden
Die Universität Basel hat vor Jahren die Einrichtung eines Islam-Lehrstuhls erwogen.
Die Meinung, der Islam lasse sich durch eine Imam-Ausbildung besser in die Schweiz integrieren, ist für die Schweizerische Evangelische Allianz SEA eine Illusion. Darum empfiehlt sie, von den Plänen einer Ausbildung islamischer Geistlicher an Schweizer Hochschulen abzusehen. Die SEA-Pressemitteilung im Wortlaut:
Das Zusammenleben verschiedener Religionen und Glaubensgemeinschaften ist oft mit Spannungen verbunden. Unbedingt nötig für den religiösen Frieden ist der gegenseitige Respekt. Gerade der Islam zeigt in Ländern, in denen er die Hauptreligion ist, wenig Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Vor allem werden Glaubenswechsel vom Islam in eine andere Religion hart bestraft.
Menschen integrieren, nicht Religionen
Die Schweiz muss mit der Integration von Menschen aus anderen Kulturen dringend vorwärts machen. Menschen müssen integriert werden, nicht Religionen. Die Integration beginnt bei der Bildung von Kindern und Erwachsenen. Politische und ethische Bildung beruht auf einem freiheitlichen, rechtsstaatlichen Verständnis auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Ideologien und Religionen, welche die Individualität und persönliche Integrität von Personen verletzen, sind strikte abzulehnen. Imame ausbilden ist primär eine religiöse Aufgabe, keine staats- oder gesellschaftspolitische.
Distanz bei theologischen Fakultäten
Vom Staat finanzierte Schweizer Hochschulen distanzieren sich seit Jahrzehnten von Ausbildungsprogrammen, welche durch Glaubensinhalte geprägt sind. Dies gilt insbesondere auch für die theologischen Fakultäten und für die Geisteswissenschaften. Auch gilt das Prinzip, dass für das Studium alle Personen zugelassen werden, welche die schulischen Voraussetzungen erfüllen. Es ist nicht einzusehen, weshalb Hochschulen im Falle der Imam-Ausbildung religiöse Bildung anbieten sollten. Wenn schon, müssten sich Universitäten überlegen, das Fach „Islamisches Recht" als wissenschaftliche Disziplin einzuführen. Dies auf Grundlage ihrer rechtsstaatlichen Verankerung und ihrer Lehrfreiheit.
Politischer Druck auf Glaubensinhalte
Der Plan einer Imam-Ausbildung scheitert auch daran, dass die Kontrolle darüber in die Hände konservativer islamistischer Bewegungen zu geraten droht. Der politische Einfluss extremer Glaubensrichtungen darf nicht verharmlost werden. Es besteht die Gefahr, dass als erstes die Muslime in der Schweiz selber unter solchen Druckversuchen leiden.Imam-Ausbildung in der Schweiz gewünscht