Wie halten es unsere Bundespolitiker mit dem Dank-, Buss- und Bettag? Und wie mit dem persönlichen Gebet? Persönlichkeiten aus dem Nationalrat antworten auf Fragen, über die hierzulande gerne geschwiegen wird.
Doris Fiala
«Als bekennende Katholikin fällt es mir schwer, einzugestehen, dass der Bettag an Bedeutung eingebüsst und für viele sogar überhaupt keine Bedeutung mehr hat. Allerdings mache ich christliche Werte nicht an einzelnen und offiziellen Tagen fest. Das wäre mir zu banal und etwas scheinheilig.
Vor allem müssen wir dankbar sein für den Frieden, dass wir meist von Katastrophen verschont bleiben, für die demokratischen Rechte und auch dafür, dass es uns wirtschaftlich gut geht. Persönlich bin ich dankbar, dass ich selber und die Menschen, die ich liebe, gesund sind.
Ich glaube politisch an die Tat, nicht an das Gebet. Im Europarat haben wir einen speziellen Raum für alle Religionen, den ich am Ende jeder Session besuche. Es ist ein Ort der Ruhe und des Insichgehens. Ein Ort der Stille. Das Gebet bedeutet für mich, Ruhe in mir selbst zu schaffen, nicht aber darauf zu hoffen, dass Gott mir beistehen muss. Beten tue ich nur für Menschen, nicht für politisches oder berufliches Gelingen. Durch das Gebet habe ich schon oft Kraft geschöpft als Mensch, als Frau, als Mutter, aber nie als Politikerin oder Berufsfrau.»
Bereits die frühen Christen waren nach neuen Forschungsergebnissen Netzwerker und nutzten ein modern anmutendes Kommunikations- und Briefsystem. Dies...