Homosexualität

Anglikaner stellen US-Bischöfen Ultimatum

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Peter Akinola , Nigerianischer Bischof, an der Konferenz in Daressalam.
Anglikanische Kirchenoberhäupter haben die Episkopalkirche in den USA zur Kehrtwende in ihrer Einstellung zur Homosexualität aufgefordert. Mit der Abschlusserklärung nach sechstägigen Beratungen in Tansania will die anglikanische Weltkirche eine drohende Spaltung verhindern.

Bis Ende September soll die zur anglikanischen Gemeinschaft gehördene Episkopalkirche in den USA zustimmen, keine homosexuellen Bischöfe mehr zu ernennen und gleichgeschlechtliche Paare nicht mehr zu segnen. Andernfalls werde die Beziehung der Episkopalkirche zum weltweiten Gemeinschaft der Anglikaner bestenfalls beschädigt sein, liessen die leitenden Bischöfe am Montagabend in Daressalam verlauten. Die Erklärung bekräftigt die Entschliessung der Lambeth-Weltkonferenz 1998, wonach die anglikanische Gemeinschaft an lebenslanger ehelicher Treue von Mann und Frau festhält und Abstinenz für die nicht zur Ehe Berufenen als richtig erachtet.

Kompromissloser

Die Weihe des offen in einer Partnerschaft lebenden Schwulen Gene Robinson zum Bischof in den USA im Jahr 2003 hatte den Streit ausgelöst. Traditionell geprägte anglikanische Kirchen in Afrika und Asien forderten wiederholt den Ausschluss der Episkopalkirche. Die leitenden Bischöfe konstatieren nun, dass die Entwicklungen in Nordamerika die Gemeinschaft zerrissen haben („tension so deep that the fabric of our common life together has been torn“). Sie leide an einer Krankheit, welche sich aus dem „Zerbruch des Vertrauens und gegenseitiger Anerkennung als treuer Jünger von Christus“ ergebe.

Parallelstrukturen gebilligt

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Gene Robinson
Britische Medien sehen in der Erklärung eine Verhärtung der Fronten. Der in der Erklärung enthaltene Plan, in den USA eine parallele Kirchenstruktur für Anglikaner zuzulassen, die die liberale Führung der Episkopalkirche ablehnen, spreche dafür, hiess es im „Guardian“. Mehrere Gemeinden der amerikanischen Episkopalen sind aus der Kirche ausgetreten, um sich den Anglikanern um den nigerianischen Erzbischof Peter Akinola anzuschliessen. Auch die Haltung des Erzbischofs von Canterbury und Oberhaupt der Weltkirche, Rowan Williams, sei kompromissloser als zuvor.

Spekulationen – und eine Zeitungsente

Die ungelöste Krise in der anglikanischen Weltgemeinschaft wirkt sich auch in ökumenischen Beziehungen aus. Die anglikanisch-katholische Kommission für Einheit und Mission hat Gerüchte über Pläne zur Vereinigung beider Kirchen zurückgewiesen. In einer Erklärung bezeichnete sie einen Zeitungsbericht, demzufolge ein solcher Schritt nach einem möglicher Spaltung der Anglikaner bevorstehe, als unbegründet.

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Rowan Williams
Die britische Tageszeitung «The Times» hatte vor dem Hintergrund inneranglikanischer Konflikte von «radikalen Vorschlägen» zur Wiedervereinigung zwischen anglikanischer und katholischer Kirche berichtet. Demnach würde eine Spaltung der Anglikaner eine Anerkennung der päpstlichen Autorität seitens ihrer konservativen Mitglieder erleichtern. Der Päpstliche Einheitsrat betonte angesichts wachsender Spannungen unter den Anglikanern jedoch die Hoffnung, dass diese geeint bleiben. Bereits die Einführung der Weihe von Frauen zu Bischöfinnen hatte die Unterschiede zwischen beiden Kirchen vor einigen Jahren vertieft.

Die Abschlusserklärung von Daressalam im Wortlaut (englisch)
Stellungnahme von Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury

Datum: 22.02.2007
Quelle: Epd

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