Auffällig in der Landschaft: Die Kirche von Herrliberg am Zürichsee.
Die Zürich-Genf-Connection steht am Anfang des Schweizer Protestantismus. Die Zürcher reformierte Kirchensynode gedachte am Dienstag des Genfer Reformators Johannes Calvin, der mehrmals nach Zürich reiste, um die reformierte Lehre zu bereinigen.
Zum 500. Geburtstag Johannes Calvins hielt Peter Opitz, ab August Professor für Kirchengeschichte an der Universität der Limmatstadt, in der Synode einen Vortrag. Er wies er auf die weltweite Verbreitung des Calvinismus hin sowie auf die enge Verflechtung von Calvins Wirken mit dem Deutschschweizer Protestantismus.
Diese Verflechtung illustrierte Kirchenratspräsident Ruedi Reich anschliessend mit einem Referat über den «Consensus Tigurinus». In dieser Bekenntnisschrift fanden Calvin und der Zwingli-Nachfolger Bullinger 1549 zu einem gemeinsamen Abendmahlsverständnis. Damit festigten sie die von den Lutheranern gerade in diesem Punkt bekämpfte Gemeinschaft der Reformierten. Sie legten einen ersten Grundstein zur Leuenberger Gemeinschaft, die 1973 zur Abendmahls- und Kanzelgemeinschaft protestantischer Kirchen in Europa führte.
Im Weiteren verabschiedete die Kirchensynode den Jahresbericht 2008 der Landeskirche nach mehrstündiger Diskussion der Tätigkeitsbereiche ohne Gegenstimme. Nach dem Jahresbericht stellen die Mitglieder der öffentlichrechtlich anerkannten Kirchen noch 65 Prozent der Bevölkerung, die Reformierten 36 Prozent (480‘000 Mitglieder Ende 2008).
Feierstunde mit Bläsern: Die Synodalen sangen drei Lieder des Genfer Psalters, des Liederbuchs aus Calvins Zeit.
Erneut wurde die Kontroverse um die Ausrichtung des kirchlichen Hilfswerks HEKS erörtert. Nach der Wahl von Roland Decorvet, Generaldirektor von Nestlé Schweiz, in den HEKS-Stiftungsrat im Sommer 2008 wurden Vorbehalte laut, da die Ziele von Nestlé und des HEKS nicht vereinbar seien. Ein Komitee hat seit Januar rund 3'500 Unterschriften für eine Petition gesammelt, die einem «schleichenden Kurswechsel bei HEKS» wehren will.
Kirchenratspräsident Ruedi Reich bedauerte diese für das HEKS imageschädigende Kontroverse. Es sei unhaltbar, den Vorwurf eines «schleichendes Kurswechsels» auf die Wahl einer einzelnen Person abzustellen. Besser hätte man den Dialog mit den Verantwortlichen gesucht. Annelies Hegnauer, Fundraising-Verantwortliche beim HEKS, sprach von einem Flurschaden. Mitarbeitende des Hilfswerks und Kirchgemeinden seien verunsichert. Da der Rat des Kirchenbunds bisher trotz Ersuchen des Zürcher Kirchenrats nicht vermittelnd tätig geworden ist, wird er in der SEK-Abgeordnetenversammlung nächste Woche eine Interpellation aus Zürich zu beantworten haben.
Wie können Gottesdienste attraktiver werden? Dazu hat der Rektor des Theologischen Seminars Elstal (FH), Prof. Volker Spangenberg, einen Zehn-Punkte-...