Kirchen auf Augenhöhe

«Wir gehen heute freundschaftlich miteinander um»

Die Vielfalt der Kirchen sei als Reichtum zu sehen, sagte Nikolaus Schneider, der führende Protestant Deutschlands, bei einem Forum in Trier am 1. Februar zum Verhältnis von katholischer und evangelischer Kirche. Der Schweizer Kardinal Kurt Koch dagegen betonte, die Kirchenspaltung sollte stärker als Ärgernis wahrgenommen werden – damit es zu neuen Impulsen in der Ökumene kommt.

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Der EKD-Ratspräsident Nikolaus Schneider (links) und Kardinal Kurt Koch am Forum in Trier.
Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, äusserte am ökumenischen Forum in Trier, die Christen hätten «Jahrhunderte des Schlechtredens, der Polemik und der Gewalt» hinter sich gelassen. «Wir gehen heute freundschaftlich miteinander um.»

Die geschichtlichen Prägungen dürften auf dem ökumenischen Weg der Kirchen nicht unterschätzt und auch nicht nur als hinderliche Barrieren beklagt werden. «Verschiedene Menschen brauchen verschiedene Räume, um Kraft zu tanken und um sich zu beheimaten.» Die Vielfalt der kirchlichen Profile müsste als Reichtum und Zeichen von Lebendigkeit verstanden werden. Sich voneinander abzuschotten und zu verbarrikadieren, sei diesem Prozess hinderlich.

Koch: Ärgernis der Kirchenspaltung nicht klein reden

Kardinal Kurt Koch, der Leiter des päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, setzte einen anderen Akzent. Die Kirchenspaltung sollte wehtun. Er leide am meisten daran, «dass heute so viele Christen und Christinnen an dieser zutiefst anomalen Situation nicht mehr so leiden, wie es sich geziemen würde». Der Schweizer Kurienkardinal kritisierte eine einseitige Betonung der «positiven Seiten der Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert», auch wenn diese keineswegs geleugnet werden sollten.

Erwartungen an den ÖRK

Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit, wandte sich gegen den Eindruck eines ökumenischen Stillstands. Seit der Übernahme seines Amtes habe er bei zahlreichen Besuchen und Gesprächen die ökumenische Bewegung bei der Arbeit erlebt und die hohen Erwartungen an den Weltkirchenrat erfahren. Er hoffe, dass der ÖRK ein wirksames Instrument für die Weggemeinschaft der Kirchen und ihre «Gemeinschaft im Glauben, Leben und Zeugnis» werden könne.

Weitere Informationen:
«Und führe zusammen, was getrennt ist» (ökumenisches Forum in Trier)

Datum: 03.02.2012
Quelle: Livenet / epd / Kipa

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