Sexualkunde

Österreich will keine christlich orientierten Vorträge

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In Österreichs Schulen darf der Sexualunterricht keine christlichen Botschaften enthalten.
In Österreich hat die Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) angeordnet, dass in Schulen keine christlich orientierten Vorträge zu «Aufklärung und Sexualität» gehalten werden dürfen. Die Evangelische Allianz und die Partei «Die Christen» protestieren.

Christliche Organisationen dürfen ihre Ansichten weder im Sexualkunde- noch im Religionsunterricht verbreiten. Anlass für die Anordnung sind die schulischen Aktivitäten der katholischen Lebensrechtsorganisation «Human Life International». Der Unterricht an den österreischen Schulen müsse die Vielfalt von Wertvorstellungen, die Achtung gleichgeschlechtlicher Partnerschaftsformen und wissenschaftlich fundierte Aussagen beachten, erklärt das Bildungsministerium. Das Verbot für den Religionsunterricht wird damit begründet, dass laut Gesetz dort keine Lehrbücher und Lehrmittel verwendet werden dürften, die im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen.

Gleichschaltung oder mündige Bürger?

Christoph Grötzinger, Generalsekretär der Österreischen Evangelischen Allianz, äussert sich gegenüber der Nachrichtenagentur idea befremdet über die Anordnung. Die Ministerin sperre eine christliche Organisation aus der Schule aus, obwohl zu einer guten staatsbürgerlichen Erziehung die kritische Auseinandersetzung mit einer «Vielfalt von Argumentationen» und einer «Pluralität der Wertvorstellungen» gehöre, so Grötzinger. Die Evangelische Allianz wolle keine Gleichschaltung, sondern mündige Bürger mit geschärftem Blick.

Protest gegen totalitäres Denken

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Plädiert für die «Pluralität der Wertvorstellungen»: Christoph Grötzinger, Generalsekretär der Österreischen Evangelischen Allianz.
Auch die Partei «Die Christen» protestieren gegen die Anordnung. Der Erlass zeuge von totalitärem Denken. «Zu der vom Gesetzgeber gewollten Werte-Erziehung in der Schule gehört auch die Vermittlung christlicher Wertvorstellungen», erklärt Generalsekretär Gernot Steier. Ausserdem stehe im Grundsatzerlass über die Sexualerziehung nichts von einer Achtung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Ein wertender Vergleich zwischen Ehe und Familie einerseits und homosexuellen Beziehungen andererseits müsse auch künftig erlaubt sein.

Datum: 15.10.2008
Quelle: idea

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