Dreikönigstag

Magier entdecken den unbekannten König

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Magier aus dem Morgenland (Kölner Dom)
Das Leben Jesu von Nazareth begann mit einem Rätsel. Drei Magier aus dem Osten suchten ihn und fragten: «Wo finden wir das neugeborene Kind, den kommenden König der Juden?» Wie konnten sie wissen, dass ein Prinz geboren war, und warum hatten sie ein Interesse daran, einem ausländischen König der Zukunft Ehre zu erweisen?

Die drei Unbekannten waren keine Könige, sondern Magier, Astrologen, Sterndeuter. Männer also, die den Lauf der Gestirne studierten und dabei versuchten, wichtige Ereignisse vorauszusehen. Man nimmt an, dass sie aus der Gegend um Babylon kamen oder aus Persien. Vielleicht stammten sie sogar aus dem westlichen Indien.

Es stimmt, dass die Septuaginta, die griechische Übersetzung des Alten Testaments, damals weit über Israel hinaus verbreitet war. Und darin wurde vom aufgehenden Stern eines Königs von Israel gesprochen. Trotzdem stellt sich die Frage: Wie war es möglich, dass Sterndeuter und Heiden - deren Weisheit aus Magiebüchern, fremden Religionen und Naturphilosophien stammte - die Ankunft des Messias erkannten, während unter einigen tausend jüdischen Schriftgelehrten nicht einer etwas bemerkte?

Es war nahe liegend, dass die Magier den Prinzen im Jerusalemer Königspalast suchten. Der regierende König war Herodes, zubenannt «der Grosse».

Als Sohn eines Idumäers und einer Araberin war Herodes der Religion nach ein Jude, kulturell ein Hellenist und politisch ein von Rom eingesetzter Vasall. Nach dem mosaischen Gesetz hätte er nicht König über Judäa sein dürfen. Trotz dieser fehlenden Legitimation verstand es Herodes, seine Herrschaft eisern in Händen zu halten.

Die Juden hielt er mit einem prachtvollen Tempelbau bei Laune, konsequent bemühte er sich um das Wohlwollen des römischen Kaisers Augustus, und er beseitigte jeden Rivalen um den Königsthron.

Schon auf die siebzig zugehend, liess er drei seiner Söhne hinrichten, weil sie angeblich seine Ermordung geplant hatten. Den letzten von ihnen, den Kronprinzen Antipater, noch als schwerkranker Mann, fünf Tage vor seinem eigenen Tod.

In diese letzten Regierungsjahre des Herodes fiel die Geburt Jesu. Die Magier aus dem Osten wussten wohl kaum Bescheid über seinen Charakter. Sonst wäre ihnen schnell klar gewesen, dass Herodes jeden Thronrivalen gnadenlos beseitigen würde. Trotzdem waren sie es, die etwas naiven, visionären Sternschauer, die den Messias schliesslich entdeckten, nicht der machtbesessene König.

Und wen fanden sie? Einen Knaben in ärmlichen Verhältnissen, auf dem der Verdacht lag, ein uneheliches Kind zu sein.

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Drei Worte, drei Irrtümer: Die «heiligen drei Könige»


Autor: Stefan Goldbach
Quelle: Christliches Zeugnis

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