Déborah Rosenkranz

«So schwer, sich leicht zu fühlen»

Die Sängerin Déborah Rosenkranz veröffentlichte soeben ihr persönlichstes Werk – in Form eines Buches. Unter dem Titel «So schwer, sich leicht zu fühlen», schreibt die Künstlerin ihren eigenen Kampf gegen die Magersucht.

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Déborah Rosenkranz
Vor etwas mehr als einem Jahr, im Winter 2010, beschloss Déborah Rosenkranz ihre ganz persönliche Geschichte niederzuschreiben. Die Singer/Songwriterin wagte sich damit auf ein neues Terrain.

In ihrem Lebensbericht erklärt die junge Sängerin, wie sie sich fast zu Tode hungerte, doch dann den langen Weg aus der tiefen Krise geschafft hat. Sie litt unter Ess-Störungen um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. In «So schwer, sich leicht zu fühlen» erzählt sie, wie sie in dieser schweren Zeit zu sich selber fand und frei wurde.

Hungern, kotzen, trainieren

Für Déborah Rosenkranz (28) war es die schwierigste Zeit in ihrem bisherigen Leben: «Entweder du hungerst dich zu Tode, du kotzt, oder du trainierst, bis dein T-Shirt vor lauter Muskeln aus den Nähten platzt. Dazu gehören. Diese grosse Sehnsucht danach, nicht nur ein Teil der Gesellschaft zu sein, sondern auch eine wichtige Rolle darin zu spielen. Den Idealen nicht nur zu entsprechen, sondern sie sogar noch zu übertreffen. Dann bist du etwas wert. Erst dann wirst du gesehen und beachtet. Dicke sind out und haben kein Recht, ohne Reue in einen Burger zu beissen ... Wer in Size Zero passt, regiert die Welt. Das ist die grösste Lüge auf Erden! Wieso ich das weiss? Ich hab beide Welten erlebt. Bin durch dick und dünn gegangen und war nie glücklicher als an dem Tag, als ich zu mir selbst wurde!»

Gefangen

Sie sei gefangen gewesen in den Ketten einer Krankheit, die ihr Denken, Handeln und Leben komplett bestimmt hätten, schreibt Rosenkranz im Vorwort. «Voller Angst vor der Realität, geplagt von Selbstzweifeln und Unsicherheit. So oft habe ich den Stift wieder aus der Hand gelegt, weil es mir zu schwer gefallen ist, die Vergangenheit nochmals zu durchleben.» Stets getrieben von der Angst, aus versehen zu viel zu essen und zuzunehmen unternahm sie alles, um so dünn zu sein wie ein Topmodell. «Ich führe heute ein völlig anderes Leben, viel freier und viel mehr bei mir selbst. Ich empfinde eine ganz starke Freude am Leben, weil ich erkannt habe, dass mein Wert weder von meinem Aussehen noch von dem abhängig ist, was andere über mich sagen.»

Cliff Richard lobt

Selbst der bekannte Sänger und Musiker Sir Cliff Richard, hat Déborah Rosenkranz kennengelernt und zeigte sich ergriffen von ihrer Geschichte: «Ich hatte die Ehre, Déborah kennen zu lernen. Zu sehen, dass sie ihren Kampf gegen die Ess-Störung gewinnen konnte, schenkt Hoffnung und Zuversicht für alle diejenigen, die verzweifelt auf der Suche nach einem Ausweg aus dieser zerstörerischen Wahnvorstellung sind. Déborahs sehr ehrliche und bewegende Art über diese Krankheit zu sprechen, die sie fast ihr Leben gekostet hätte, wird gewiss sehr viele Familien ansprechen», sagt Richard.

Alkohol, Männer, Magersucht

In einem früheren Interview mit jesus.ch berichtete Déborah Rosenkranz, wie sie zum Glauben an Jesus Christus gefunden hat: «Eigentlich bin ich in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Ich hab von klein auf Musik gemacht und war mit meinen Brüdern und unserer Band ‚Mercy Seat‘ unterwegs, um von einem liebevollen und vergebenden Gott zu erzählen. Ich erhielt zu wenig Aufmerksamkeit und verlor mich in meiner Jugend in einem oberflächlichen Leben der Freude.

Da bekam ich nun Aufmerksamkeit von Männern wie noch nie. Das hat mir sehr geschmeichelt. Mein Leben drehte sich nur noch um Parties, Männer, Alkohol und darum, das Leben zu geniessen. Innerlich ging es mir dabei gar nicht gut. Trotzdem verlor ich mich immer mehr darin.

Ich war auf der Suche nach Erfüllung, nach Spass, Glück und Freude im Leben. In der Bestätigung von Männern, dachte ich, würde ich das finden. Ich flüchtete von Beziehung zu Beziehung, um meine innere Leere zu überbrücken, und genoss das kurze Gefühl, begehrt zu werden. Echte Beachtung von Männern kannte ich ja nicht.»

Doppelleben

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«Lange Zeit merkte ich nicht, wie ich daran kaputtging. Wahre Freude hatte ich nicht gefunden. Auch die kleinen Freuden durch Alkohol bringen sehr schnell langfristiges Unglück. Und irgendwann merkt man den Schaden, den man sich da zugefügt hat.

Andererseits bemerkte ich auch, wie Gott mich in dieser Zeit nie verlassen hat, wie er mir nie den Rücken gekehrt hat. Er hat mich vor viel grösserem Unheil bewahrt, obwohl ich mich von ihm abgewendet hatte. Wie oft bin ich nach durchzechten Nächten schwer alkoholisiert nach Hause gefahren, 20 Kilometer über die Autobahn ... und dass ich überhaupt so stark war, nach Hause zu fahren. Woher kam das? Ich weiss, es waren betende Menschen im Hintergrund.

Ich führte zu diesem Zeitpunkt ein totales Doppelleben. Meine Familie und meine Gemeinde sollten von dem Ganzen nichts mitbekommen. Also spielte ich ihnen was vor. Nach einer durchzechten Nacht ging ich kurz unter die Dusche und anschliessend in den Gottesdienst, um im Lobpreis mitzusingen.

Irgendwann jedoch hielt ich das aber nicht mehr aus und schrie zu Gott. In seiner grossen Gnade nahm er sich meiner an und veränderte mich komplett!»

Das Buch «So schwer, sich leicht zu fühlen» ist im «Adeo Verlag» (Random House / Bertelsmann) erschienen, eine englische Übersetzung ist im Gange.

Lesen Sie auch:
Hallo Stewardess singen Sie uns wieder ein Lied

Webseite:
www.deborah-rosenkranz.com

Datum: 25.03.2011
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Déborah Rosenkranz/Jesus.ch

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