Für eine grössere musikalische Vielfalt in Gottesdiensten hat sich ein Lobpreismusiker, der Theologe Guido Baltes, ausgesprochen: «Lobpreismusik hat andere Formen christlicher Musik fast vollständig verdrängt».
Guido Baltes plädiert dafür, andere Formen der Musik wiederzu entdecken.
Lobpreismusik sei «heute fast überall der neue «Mainstream» (Hauptstrom) und hat andere Ausdrucksformen christlicher Musik – zumindest in der Jugendarbeit – fast vollständig verdrängt», stellt Baltes fest.
Alle negativen Phänomene, die normalerweise mit dem Mainstream einhergingen, hätten deshalb diese Musik schon fest im Griff: Banalisierung, Kommerzialisierung, Profil- und Qualitätsverlust, Ermüdungserscheinungen und vieles mehr.
Lobpreis dominiert
Der 43-Jährige Guido Baltes ist Dozent für Neues Testament und Dogmatik am Marburger Bibelseminar und Lobpreisleiter der Gemeinde «Christus-Treff» in der Universitätsstadt.
Baltes zufolge hatte der Begriff «Lobpreis» in den vergangenen Jahren die Tendenz, alle anderen christlichen Musikformen «langsam aber sicher aufzufressen». Die musikalische Energie und Kreativität, die früher in Jugendchöre, Bläserkreise, Gemeindebands, Konzerte, Musicals, Gospelchöre und Mundorgel-Romantik am Lagerfeuer geflossen sei, münde heute fast ausnahmslos in den Strom der Lobpreismusik ein.
Er könne die Klage aus anderen «musikalischen Lagern», die sich zurückgesetzt fühlten, gut verstehen. Baltes: «Es ist schade, dass uns hier viel Gutes verlorengeht.» Er plädiert dafür, in den Gemeinden und Jugendkreisen andere Formen der Musik wiederzuentdecken und zu fördern.
Weniger ist mehr
Sein Rat an die Lobpreisteams: «Nehmt euch statt der üblichen zehn Lieder im Gottesdienst nur vier vor und überlasst die übrigen sechs getrost anderen musikalischen Akteuren: dem Gospelchor, der Jazzband, dem Streichquartett oder den Solisten.»
Die vier Lobpreislieder sollten dann aber nicht nur als Musikblock gestaltet werden, sondern als Gebetszeit – ergänzt mit Bibeltexten und Gebeten. Baltes zufolge muss die Lobpreismusik besser werden. Neben dem Streben nach mehr musikalischer Qualität gehe es auch um mehr Profil: «Im grossen Strauss der kirchlichen Musik sollte Lobpreismusik eine von vielen Blumen sein, aber sie sollte als solche auch klar erkennbar sein.»
Ihr Tod war auch auf unserem Internetportal das Spitzenthema. Ihre «Suche nach dem göttlichen Funken» fasziniert die Menschen. Jetzt tauchen weitere...