Hand aufs Herz

Welches Verhältnis haben Sie zum Essen?

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Essen ist allgegenwärtig. Man könnte meinen, viele müssten hier ganz dringend etwas nachholen. Dabei leben Sie in einer Region, wo sich die Tische schon lange vor einem kaum überschaubaren Essensangebot biegen.

So gibt es eine Präsenz des Essens, die kaum zu überbieten ist: Sei es in Einkaufszentren, Fussgängerzonen, dem Metzger mit Imbiss, Bäckereien und zahllose Strassen- und Schnellrestaurants in den Innenstädten.

Essen allüberall

In jeder Buchhandlung sind die Kochbücher an den Tischen, die das Interesse der Laufkundschaft am schnellsten erreichen.  Und im Fernsehen reiht sich eine Kochsendung an die andere; als Ratgeber und Einführung ins Kulinarische einer Region, als Talk oder spannender Wettkampf.

Aber auch bei den allermeisten Festlichkeiten ist das Essen mittlerweile die entscheidende Sache. Es kommt vor, dass eine Feier oder ein Zusammensein nur noch dann als gelungen empfunden wird, wenn das Essen gut und reichlich war. Selbst kleinste Anlässe in Kindergärten, in der Schule, im Verein, im Freundeskreis oder mit Kollegen sind ohne Essen kaum noch vorstellbar.

Jesus war kein Kostverächter, aber...

Jesus lehnte Feiern und gutes Essen nicht ab. Gegner kritisierten ihn, dass er nicht so viel fastete, wie andere religiöse Führer und dass er sich mit seinen Mitarbeitern häufig einladen liess. Jesus sagte einmal: «Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt!» (Die Bibel, Matthäus-Evangelium, Kapitel 4, Vers 4)  

Was hat er damit gemeint? So wichtig Essen auch ist, Jesus wollte klar machen, dass es noch andere wichtige Dinge gibt. Und das sagte er zu einem Zeitpunkt, als er wochenlang nichts gegessen hatte.

Soll man also von Worten statt von Essen satt werden? Natürlich braucht jeder etwas zu essen, aber manche verbinden mit dem Essen viel mehr, als gut ist. Essen kann so zum Fokus der Gedanken und vieler Wünsche werden

Essen kann zur Gier werden

Menschen haben ein unterschiedliches Verhältnis zum Essen; eher funktional («Es ist nun mal nötig»), oder eher von der Genussseite kommend. Oder sie sind geradezu gierig danach.  

Woran aber erkennt man diese Gier? Daran, dass man doch eigentlich nichts oder nur wenig essen wollte, aber dann doch viel mehr gegessen hat, als man wollte oder sich vorgenommen hatte; oder daran, dass man es einfach nicht abwarten kann, bis es mit dem Essen – endlich, endlich! - los geht.

Mehr als nur Essen

Essen nimmt dann meistens eine Funktion ein, die über die Nahrungsaufnahme weit hinaus geht: Denn nicht wenige versuchen sich mit Essen zu trösten,  von Frust und Ärger abzulenken oder sich zu belohnen etc. Hier schliesst sich dann der Kreis mit dem Hinweis von Jesus, dass der Mensch mehr braucht als nur Brot. Da, wo das Essen für mehr herhalten muss, da wird es meistens zum Problem.

Viele Menschen mit Übergewicht können daher erst dann wieder zu einem gesunden Mass beim Essen finden, wenn sie diese Mechanismen durchschauen und verändern.

Bücher zum Thema:
Essen und Trinken in biblischer Zeit – Rezepte aus der Zeit Jesu
Essen kommen! 100 Prominente verraten ihre Lieblingsrezepte
Der selbst den Spatzen gibt zu essen – Hundert Tischgebete


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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