Familie und ihre Muster

Wirklich frei sein!

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Es gilt, aus der Bahn der Familie, aus den dort erworbenen Denk- und Verhaltensmustern, soweit sie hinderlich sind, auszusteigen.
Nichts ist wohl so prägend wie die eigene Familie. Unser Elternhaus, mögen wir auch schon lange erwachsen sein, wirft noch lange Schatten auf unser Leben heute. Bleiben wir also immer an einer reissfesten Leine unserer Eltern?

Zunächst einmal: Es ist gut und hilfreich, sich mit seiner Kindheit und dem Verhältnis zu Vater und Mutter auseinanderzusetzen. Auf diese Weise begegnen wir uns selbst und verstehen uns besser. Viele, wenn nicht alle Schwächen und Stärken in unserer Persönlichkeit, haben ihren Ursprung in der Kindheit.

Aber die Auseinandersetzung mit der Kindheit hat auch Grenzen. Zum Beispiel, wenn wir uns nur als Produkt oder Fortsetzung unseres Elternhauses begreifen. Ausgehend von diesem Denken ist es zu einer Opferhaltung nicht mehr weit. Und Opfer kreisen in ihren Gedanken zumeist um das, was ihnen Unrechtes geschehen ist, und stehen in der Gefahr, passiv zu bleiben.

«Danke» sagen und vergeben

Vielleicht wurden wir von unserer Mutter und unserem Vater verletzt, missverstanden und nicht so gefördert, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber wir müssen als Erwachsene irgendwann einen Strich darunter machen: Für das, was Gutes und Hilfreiches von unseren Eltern kam, sollten wir innerlich von Herzen «Danke!» sagen. Dort, wo wir enttäuscht oder verletzt wurden, ist es an uns, dass wir an einen Punkt kommen, wo wir unseren Eltern das vergeben und nicht endlos vorhalten. Wenn wir solche Schritte nicht gehen, bleiben wir tatsächlich in einer Abhängigkeit zu unseren Eltern, wir sind wie angebunden und führen nicht unser eigenes Leben.

Ein «Ja» zur Kindheit finden

Es muss früher oder später an einen Punkt kommen, wo wir zu unseren Eltern sowie der Kindheit ein innerliches «Ja» finden, sonst begeben wir uns auf eine endlose Suche nach dem, was wir von Vater und Mutter nicht bekommen haben; wir sind unterwegs und finden keine wirkliche innere Ruhe.

«Vater und Mutter verlassen»

Das meint die Bibel, wenn sie davon spricht, dass ein Mann, Vater und Mutter verlässt, wenn er eine Frau findet: «Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele ... » Es geht hier nicht nur darum, einen eigenen Hausstand zu gründen und woanders zu leben; es gilt auch, aus der Bahn der Familie, aus den dort erworbenen Denk- und Verhaltensmustern, soweit sie hinderlich sind, auszusteigen.

Jesus – die Tour

Datum: 14.09.2012
Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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