Sich selbst und das Leben spüren – das wünschen sich viele. Deswegen treiben manche Sport, andere gehen in die Natur oder suchen neue religiöse Erfahrungen.
Dabei gibt es einen engen Zusammenhang von Natur, Naturerfahrung und Religion. Das war nicht nur so in den Zeiten, als man Naturgötter verehrte und Geister fürchtete. Die Natur ist bis heute für viele der Ort ihrer religiösen Erfahrung. Das zeigte auch eine Umfrage 2009 in der Schweiz. Danach sehen 41 Prozent die Natur als den wichtigsten Ort ihrer religiösen Erfahrung an.
Sicher, es sind keine Menschen, die Naturgottheiten verehren, obwohl sich auch das wieder mehr verbreitet. Aber sie sehen in der Natur den Ort des echten Lebens.
Unmittelbare Erfahrung
Wie kommt es aber zu diesem tiefen Wunsch nach Leben und Natur? - Weil die Umstände, in denen wir uns bewegen, immer unnatürlicher und künstlicher werden. Das betrifft nicht nur den Beruf, sondern auch das Zuhause und oft auch die Freizeit. Fachleute sprechen daher von einer Entfremdung des Menschen; er lebt in einer Umwelt, die grundlegende und ursprüngliche Lebenserfahrungen nicht mehr vermittelt.
Viele Menschen sehnen sich nach unmittelbaren Erfahrungen: etwas erleben, sich selbst spüren, die eigene Kraft einsetzen, etwas anfassen, mit den eigenen Händen bearbeiten oder seine Grenzen kennen lernen.
Wo ist Raum für echtes Leben?
Überlegen Sie doch einmal, welche unmittelbaren Erfahrungen Sie in Ihrem Alltag noch machen, Erlebnisse, wo Sie sich noch selbst spüren. Hier ein paar Fragen dazu: Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig körperlich angestrengt, und zwar bis an ihre Grenzen?
Wann haben Sie das letzte Mal etwas selbst mit ihren Händen gemacht oder gestaltet? Sei es gemalt, etwas repariert oder einen Teig zubereitet etc.
Wie häufig verbringen Sie Zeit im Freien, und zwar ganz bewusst, nicht nur, weil Sie von A nach B wollen, sondern weil Ihnen das Erleben in der Natur wichtig ist?
Vielleicht bringt Sie das auf eine Spur, dass Sie sich in Ihrem Leben Zeiten reservieren, in denen Sie natürlich leben und sie wieder lernen, so zu leben. Ein Leben, das sich jenseits von Bildschirmen und beheizten oder klimatisierten Räumen abspielt; also Erfahrungen, in denen Sie aus der Entfremdung von Natur und Leben heraus finden.
Auch eine Entfremdung
Es gibt darüber hinaus noch eine ganz andere Art von Entfremdung, von verpasstem Leben, von dem der christliche Lehrer Paulus spricht. In einem Brief an die Christen in der Türkei macht er deutlich, dass alle Menschen, die Gott nicht kennen, dem Leben entfremdet sind (Vergleiche: Die Bibel, Epheserbrief, Kapitel 4, Vers 17).
Hier geht es also auch um eine Entfremdung, und zwar der zwischen Mensch und Gott. Tatsächlich ist das Miteinander von Mensch und Gott das natürliche, das echte und eigentliche Leben!
Der Mensch als Partner
Das überrascht Sie vielleicht. Doch Gott schuf den Menschen nach seinem Bild. Überlegen Sie einmal: Ihre Fähigkeiten, Ihr Willen, Ihre Kreativität, Ihre Seele – all’ das ist Teil dessen, wie Gott sich den Menschen gedacht hat. Gott wollte den Menschen als Gegenüber, man könnte auch sagen, als Partner.
Er hat Ihnen nicht nur das Leben gegeben, das Sie auf diese Welt brachte; ein Leben, das sie atmen, sehen und fühlen lässt. Er kann Ihnen auch ein geistliches Leben geben, dass das, was Sie kennen, weit übersteigt.
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...