Ministerpräsidentin Lieberknecht

«Ich bete für richtige Entscheidungen»

Wie frei ist der Christ in der Politik? Zu dieser Frage hielt die Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen, Christine Lieberknecht, einen Gastvortrag an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Das christliche Menschenbild sei Grundlage ihres politischen Handelns – doch «theologische Herleitungen» seien heute für viele Menschen unverständlich.

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Christine Lieberknecht
«Erst mein christlicher Glaube ermöglicht es mir, in aller Freiheit Politik zu gestalten», erklärte Lieberknecht diese Woche in ihrem Vortrag, zu dem der Förderverein der Theologischen Fakultät der Schiller-Universität Jena eingeladen hatte. «Dazu gehört an erster Stelle die Würde des Menschen», so die CDU-Politikerin. «Sie ist unantastbar – das gilt auch im Umgang mit dem politischen Gegner. Die Würde des Anderen achten heisst, ihm zu vertrauen und auf Augenhöhe mit ihm zu sprechen.» Im Thüringer Landtag fänden regelmässig überkonfessionelle Andachten statt. «Wer morgens zusammen betet, der geht auch im Laufe des Tages besser miteinander um», hat Lieberknecht erfahren.

Ausdrücklich lobte die ehemalige Pastorin, die 1984 ihr zweites theologisches Staatsexamen in Jena absolvierte, das ehrenamtliche Engagement von Bürgern: «Die Leistungsfähigkeit des Staates hat ihre Grenzen. Darum muss sich jeder einbringen.» Je besser dazu die Rahmenbedingungen gegeben seien, desto eher seien die Menschen bereit, sich zu engagieren.

Theologische Herleitungen oft unverständlich

Artikel 1 des Grundgesetzes, «Die Würde des Menschen ist unantastbar», ist für Lieberknecht eine «säkulare Übersetzung» des christlichen Menschenbildes. «Für mich persönlich ist diese theologisch hergeleitet, aber in einer Welt, wo viele keine einzige biblische Geschichte mehr kennen, ist so eine Herleitung für viele Menschen unverständlich», sagte sie. Für ihre Herleitung wolle Lieberknecht aber «keine Absolutheit beanspruchen».

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Datum: 16.06.2012
Quelle: Christliches Medienmagazin pro

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