Kürzlich schlossen zwei prominente «Höllen-Engel» in der Kirche die Ehe: Ingo Dura, Präsident der Reutlinger Hells Angels, heiratete seine Verlobte Ulrike Mader vor mehreren hundert Freunden aus aller Welt.
Die Trauung sei eine «normale kirchliche Handlung» gewesen, teilten Vertreter der württembergischen Landeskirche auf Anfrage der Nachrichtenagentur «idea» mit. Dekan Jürgen Mohr: «Wenn jemand einen Traugottesdienst will, ist er nicht
antichristlich eingestellt.» Auch prüfe er nicht, ob jemand kriminell sei. Bis zum Erweis des Gegenteils gelte die Unschuldsvermutung.
Ohnehin gelte der Vers aus dem Markus-Evangelium, wo Jesus sagt: «Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.» (Die Bibel, Markusevangelium Kapitel 2, Vers 17)
Ob die Lebensweise des Brautpaares christlich sei, könne er nicht prüfen, ebenso wenig wie bei anderen Paaren. Die Reutlinger Hells-Angels-Sektion gelte nicht als kriminelle Vereinigung, berichtet die Nachrichtenagentur «epd».
Vers mit Feuer
Als Trauvers suchte sich das Paar einen Abschnitt aus dem Hohelied des Alten Testaments: «Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können» (Die Bibel, Hohelied Kapitel 8, Verse 6-7).
Als «Gepäck» für ihren gemeinsamen
Weg erhielten die beiden eine Bibel. Der evangelische Pfarrer Andreas Bihl
übergab sie mit den Worten, die Bibel sei wie eine edle Zigarre – zu gut, um
als Andenken im Regal zu landen.